Die ersten Homo-Ehen in England und Wales

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Die ersten Homo-Ehen in England und Wales

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 1. April 2014) Seit Samstag, 29. März 2014 können gleichgeschlechtliche Paare in England und Wales offiziell heiraten. Schon kurz nach Mitternacht wurden die ersten schwulen und lesbischen Hochzeiten gefeiert.

Regenbogenflagge am britischen Regierungssitz

Selbst am Regierungssitz
(Adresse: 70 Whitehall)
wurde die Regenbogenflagge gehisst!
Zum Vergrößern klicken.
© Cabinet Office / Sergeant Dave Rose RAF.

Mehrere bekannte Persönlichkeiten haben bereits geheiratet bzw. ihre baldige Hochzeit angekündigt.

Schon gleich nach Mitternacht sind der Schriftsteller Andrew Wale, 49, und sein Partner Neil Allard in den Hafen der Ehe eingelaufen. Wale empfand die Feier „sehr viel bewegender“, als er angenommen hatte.

Auch die Schauspielerin und Moderatorin Sandi Toksvig, 55, hat ihre Partnerin Debbie geehelicht – und zwar vor 2000 Zeugen.

Elton John und David Furnish, seit 2005 bereits verpartnert, beabsichtigen, noch dieses Jahr zu heiraten – vielleicht schon im Mai.

Gleichgeschlechtliche Paare können bereits seit 21. Dezember 2005 eine eingetragenen Partnerschaft (civil partnership) eingehen. Dies gab ihnen schon das Recht zur gemeinsamen Adoption von Kindern, zur künstlichen Befruchtung und zur Leihmutterschaft. Paare in eingetragener Partnerschaft können diese unverändert fortführen oder sie (im Prinzip ab Ende 2014) über einen einfachen Verwaltungsakt in eine Ehe umwandeln.

Nach Abschluss einiger lebhafter interner Auseinandersetzungen hat sich auch die konservative Partei für die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen ausgesprochen.

Auch die anglikanische Kirche (Church of England) gab bekannt, dass sie darauf verzichtet, gegen diesen Text zu kämpfen. Trotzdem lehnt die britische Staatskirche weiterhin kirchliche Hochzeiten von gleichgeschlechtlichen Paaren sowie Ehen kirchlicher Würdenträger mit Personen desselben Geschlechts ab.

Das Gesetz zur Homo-Ehe gibt jeder religiösen Organisation das Recht, gleichgeschlechtliche Ehen abzulehnen. Der Gesetzestext verbietet der anglikanischen Kirche sogar kirchliche Hochzeiten schwuler oder lesbischer Paare.

Die anglikanischen Priester fordern ihre Kirche auf – zum Teil offen, zum Teil anonym –, ihr Herz und ihre Tore für die Homo-Ehe zu öffnen, und zwar sowohl für die Kirchenbesucher als auch für die Priester. Eine dahingehende Petition hat schon nach kürzester Zeit über 200 Unterschriften gewonnen (Stand: 01.04.2014, 22:30 Uhr).

Dieser interne Kampf wird vor allem vom Reverend Andrew Cain (Twitter-Account) geführt, der vor hat, im Sommer seinen Partner zu heiraten und selbst gleichgeschlechtliche Hochzeiten zu segnen – und zwar mit oder ohne die Zustimmung seiner Kirchenoberen.

Starke Zustimmung trotz immer noch vorhandener Rest-Homophobie

BBC Radio 5 hat eine Umfrage unter 1007 Personen durchgeführt. Danach sind nur 26 % der Befragten gegen die Homo-Ehe und 68 % dafür. Die Abstimmung über das Gesetz zur Homo-Ehe im Parlament im Juli 2013 weicht davon nicht maßgeblich ab. Das Gesetz trat ohne jegliche Störung und ohne feindseliges Verhalten oder Demonstrationen in Kraft.

Tweet de David Cameron

Mit den besten Twitter-Grüßen von David Cameron…
(Zum Vergrößern klicken.)

Etwa 22 % der Befragten würden nicht an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit teilnehmen, wenn sie eingeladen wären – 16 % der befragten Frauen und 29 % der Männer.

Auch insgesamt sind Frauen mit 75 % sehr viel positiver gegenüber der Homo-Ehe eingestellt als Männer mit nur 61 %. Auch unter den jüngeren Leuten (18-34 Jahre) ist die Akzeptanz mit 80 % sehr viel höher als bei den älteren über 65 Jahren, wo sie nur etwa 44 % beträgt.

Schottland zieht nach

Die Freigabe der Homo-Ehe gilt momentan nicht für Schottland. Das schottische Parlament hat ein eigenes Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe verabschiedet (vgl. hierzu unseren Artikel vom 19. Februar 2014 zur Homo-Ehe in Schottland).

Die ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließungen sollten im Herbst stattfinden, wahrscheinlich ab Oktober 2014.

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland wird noch nicht so schnell in die Ära der Homo-Ehe gleiten, denn in Nordirland ist ein derartiges Gesetz momentan noch nicht in Sicht. Die nordirische Bevölkerung ist in dieser Frage besonders stark gespalten.

Wolfgang / MensGo
(Nach Pressemeldungen vom 29. März 2014)

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