Britisches Parlament: Kampf gegen Homophobie im Sport unzulänglich

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Britisches Parlament: Kampf gegen Homophobie im Sport unzulänglich

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 15. Februar 2017) Der Ausschuss für Kultur, Medien und Sport des britischen Unterhauses plädiert für drakonische Maßnahmen im Kampf gegen die Homophobie im Sport, insbesondere im Fußball, sowie harte Sanktionen für Täter. In einem am 12. Februar 2017 veröffentlichten parlamentarischen Bericht rät er zu „Null Toleranz gegen Homophobie auf allen Ebenen des Sports“. Der Ausschuss unter Leitung des Abgeordneten Damian Collins hebt besonders den Mangel an bisherigen Maßnahmen hervor, fordert aber auch, dass sich eine ganze Reihe von Spielern der britischen Premier League sowie andere Spitzensportler endlich outen.

Schon ein parlamentarischer Bericht von 2012 hatte festgestellt, dass Rassismus und Homophobie im Sport, insbesondere beim Fußball, sehr weit verbreitet und hartnäckig sind.

Der aktuelle Bericht führt ebenfalls den Sport insgesamt an, konzentriert sich aber auf den Fußball, wo sich bis jetzt noch kein Top-Spieler öffentlich als schwul geoutet hätte.

Bericht: Mängel auf allen Ebenen

Damian Collins, der Vorsitzende des zuständigen britischen Parlamentsausschusses, hebt die Wichtigkeit hervor, ein Umfeld zu schaffen, das schwule und lesbische Sportler(innen) begrüßt – und zwar unabhängig von Alter, Niveau, Sportart oder dem Status als Amateure oder Profis, und sowohl im Stadion als auch in den Umkleidekabinen, zuhause oder in den Medien und von der Basis bis in die Funktionärsebene.

Dalian Collins

Damian Collins fordert schwere Strafen für homophobes Verhalten. © damiancollins.com

Auch wenn das öffentliche Coming-out eine persönliche Sache ist, so fällt es in dem einzelnen doch viel leichter, wenn das Umfeld offener und schwulenfreundlicher ist.

Abgesehen von nur wenigen toleranteren Bereichen ist der britische Sport, insbesondere der Spitzenfußball, überaus homophob geprägt, so der Bericht. Die einzelnen Vereine und Verbände können derzeit selbst über eventuelle Sanktionen für Fehlverhalten entscheiden.

We believe that there are many gay athletes who have not come out, because they are frightened of the impact this decision will have on their careers, and the lives of the people they love. That is not acceptable and should not be tolerated.
(Damian Collins, Vorsitzender des Sportausschusses im britischen Unterhaus)

Empfehlungen: Null Toleranz gegenüber Homophobie

Hier sind einige der vielen Vorschläge des Berichts des Ausschusses unter Vorsitz von Damian Collins:

  • Verbände und Landesligen: Multimedia-Langzeitkampagnen zur Prävention und zum Kampf gegen Homophobie. Sehr klare Verbote homophober Äußerungen und Handlungen sowie gestaffelte Strafen für den Sport auf allen Ebenen.
  • Vereine (insbesondere im Fußball): Ein- bis zweijähriges Stadionsverbot für Fans, die bei schwulenfeindlichen Parolen oder Handlungen erwischt wurden. Dies ist im Rugby bereits geschehen, als zwei Fans den offen schwulen walisischen Schiedsrichter Nigel Owens beleidigt haben. Die DNA der Vereine muss vollständig auf die mögliche Anwesenheit schwuler Sportler vorbereitet werden.
  • Schiedsrichter, Funktionäre, Trainer: Melden jeglicher homophoben Parolen und Handlungen auf dem Sportplatz, auch wenn sie von Eltern der Spieler bei Kindermannschaften stammen.
  • Medien: Homophobie darf nicht verharmlost werden. Der Parlamentsausschuss hat seinen Schock über die Wahl des für seine vielen homophoben Äußerungen bekannten Tyson Fury zum Sportler des Jahres zum Ausdruck gebracht.
  • Amateursport: Schulen, Vereine und Jugendmannschaften müssen gegenüber einer LGBT-Vielfalt sehr viel offener und inklusiver werden.
  • Sponsoren: In Verträgen mit Sportlern und Spielern muss klar geregelt und öffentlich bekannt gemacht werden, dass ein Coming-out einen bestehenden Vertrag in keiner Weise gefährdet. Deutlich sichtbare Unterstützung homosexueller Sportler.
  • Sportler und Spieler: Bessere Unterstützung für Profi-Sportler und ‑Sportlerinnen bei ihrem Coming-out.

Dieser Bericht des Ausschusses ist ein sehr wichtiger Start. Eine viel wirksamere Lösung wäre jedoch ein Gesetz gegen Homophobie im Sport – aber wer weiß, vielleicht ist der Bericht ja schon der erste Schritt in diese Richtung.

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: Parliament.uk, 12. Februar 2017.
Erstquelle: Sofoot.com, 12. Februar 2017.

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