Denkmal an den rosa Winkel in Tel Aviv eröffnet

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Denkmal an den rosa Winkel in Tel Aviv eröffnet

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 27. Januar 2014) Als erste israelische Stadt hat Tel Aviv, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Israels, am 10. Januar 2014 eine Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus verfolgten LGBT-Opfer eingeweiht.

Hier ein kurzes Video der Einweihungsfeier:

Das Denkmal liegt mitten im zentral gelegenen Meir-Park, direkt neben dem städtischen LGBT-Zentrum. Unter einem rosa Dreieck, dem Erkennungszeichen der in die Konzentrationslager deportierten Schwulen und Lesben, ist ein kurzer Text angebracht. Die ebenfalls dreieckige Platte sitzt auf einem dreieckigen Mahnmal aus Beton. Die Inschrift auf dem Denkmal lautet auf Hebräisch, Englisch und Deutsch:

In Erinnerung an die vom NS-Regime für ihre sexuellen Vorlieben und Geschlechtsidentität verfolgten.

Bei der Einweihung waren der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, sowie der deutsche Botschafter anwesend. Der schwule Stadtrat Eran Lev hat die Initiative gegründet und das Projekt geleitet. Neben der israelischen Flagge hing auch die Regenbogenfahne, das Symbol der LGBT-Community.

Eine Premiere in Israel

Zum ersten Mal hat Israel hiermit an die Nazi-Greueltaten erinnert und sich dabei nicht auf Juden sondern auf Schwule, Lesben, bi- und transsexuelle Menschen bezogen, die genauso Opfer der „Endlösung“ waren. Ähnliche Gedenkstätten gibt es in Amsterdam, Berlin (Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, unweit der Shoah-Gedenkstätte), San Francisco und Sydney.

Mindestens 15.000 Homosexuelle wurden in die Nazi-Konzentrationslager deportiert, und weniger als die Hälfte kamen lebendig wieder heraus. Im KZ Buchenwald führten die Nazis medizinische Experimente durch, mit dem Ziel, Schwule zu „heilen“. Lesben wurden im KZ Ravensbrück interniert. Homosexuelle Juden mussten in den Todeslagern ein besonderes Zeichen tragen: Zur Hälfte gelber Judenstern und zur Hälfte rosa Winkel.

Tel Aviv gilt als die schwulenfreundlichste Stadt Israels, und der LGBT-Tourismus ist dort ein gewichtiger Faktor. Israel hat eine sehr weitreichende gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft eingeführt, und die israelische Armee rekrutiert offen homosexuelle Soldaten. Andererseits verbietet der Judenstaat die Homoehe, und der besonders in der Hauptstadt Jerusalem verbreitete religiöse Fundamentalismus gilt als Hauptbremse im Kampf um die Gleichberechtigung.

Wolfgang / MensGo


(Quellen: ABC News, BBC News und Digital Journal vom 10. Januar 2014)

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