Frankreich: Sechs von zehn Frauen Opfer von Lesbophobie

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Frankreich: Sechs von zehn Frauen Opfer von Lesbophobie

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 16. März 2014) Am 8. März 2014 hat die französische Vereinigung „SOS Homophobie“ die ersten Teile einer Umfrage zur Sichtbarkeit lesbischer Frauen sowie eine statistische Typisierung der Lesbophobie, deren Opfer sie sind, veröffentlicht. Etwa 59 % der befragten Frauen waren kürzlich Opfer einer lesbenfeindlichen Stigmatisierung.

SOS Homophobie : Webseite | Umfrage (Teilergebnisse)

Logo von SOS Homophobie

Die Statistik zeigt die üblen Zahlen auf.
© Sos-homophobie.org.

Wie zeigt sich Lesbophobie, also Abneigung und Hass gegen Lesben? Für die 4.222 Teilnehmerinnen (bzw. 59 % aller Befragten), die sich in den vergangenen zwei Jahren als Opfer lesbophobischer Aktivitäten betrachten, hängt alles von der Umgebung ab.

Im öffentlichen Bereich zeigt sich Lesbophobie am häufigsten (47 % der Befragten), wobei vor allem Beschimpfungen (73 %) und Verspottung (47 %) auftreten. 63 % sagen, dass sie ihrer Partnerin in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung nicht zeigen, weil sie „Angst vor feindseligen Reaktionen“ haben – 18 % zeigen sich sogar niemals zärtlich vor Dritten, unabhängig davon, um wen es sich handelt.

In der Familie (14 % der Befragten) äußert sich Lesbophobie vor allem durch Unverständnis (72 %) und Ablehnung (66 %), wohingegen im Arbeitsumfeld (11 %) vor allem Verspottung auftritt (48 %). Im schulischen Umfeld (8 %) verschlechtert sich die Situation sogar: 72 % lesbophobe Verspottung und 59 % Beschimpfungen.

Die Folgen der Lesbophobie, die von 63 % der Frauen angegeben werden, sind vor allem psychischer Natur (63 %), insbesondere Depressionen.

Die Lösung: Verstecken wir uns, damit wir glücklich sein können? Jedenfalls gehörten 75 % der Befragten in den letzten zwei Jahren keiner LGBT-Vereinigung an, und nur 52 % einer virtuellen LGBT-Community im Internet. Da sich die Umfrage auf 2013 bezieht, kann die seit kurzem bestehende Seite LadiesGo nicht zu diesen Communities gehören.

Methodik: Erste Ergebnisse einer von SOS Homophobie im Zeitraum von 30. März bis 20. Juli 2013 durchgeführten Umfrage. Die vollständigen Ergebnisse werden am 25. November 2014 anlässlich des weltweiten Tags gegen Gewalt gegenüber Frauen bekanntgegeben. Von den 7.126 Teilnehmerinnen sind 61 % jünger als 30 und 38 % zwischen 30 und 60 Jahre alt. 70 % der Teilnehmerinnen sind alleinstehend, nur 23 % leben in einer eingetragenen Partnerschaft, 11 % in einer anderen Partnerschaft und nur 1 % sind verheiratet. Hervorzuheben ist, dass 10 % der befragten Frauen ein oder mehrere Kinder haben.

Kommentar: Die geringen Zahlen lesbophobischer Vorfälle im Schulbereich ist genauer zu betrachten. Da 36 % der Teilnehmerinnen Studentinnen sind, beziehen sich ihre Antworten bezüglich dem Zeitraum der letzten zwei Jahre nur in Einzelfällen auf die weiterführenden Schulen. Daraus folgt, dass Homosexualität an den Hochschulen besser akzeptiert wird als am Gymnasium und anderen weiterführenden Schulen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier eine Dunkelziffer gibt und die echten Zahlen lesbophober Vorfälle höher liegen als die Statistik von SOS Homophobie uns zeigt.

Wolfgang / MensGo
(Nach: Libération vom 8. März 2014)

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