Lesbischer Friedhof in Berlin eingeweiht

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Lesbischer Friedhof in Berlin eingeweiht

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 8. April 2014) Auf dem Friedhof der Berliner Kirchengemeinde Georgen gibt es seit dem 6. April 2014 einen Teil, der für verstorbene Lesben reserviert ist.

Plan des Lesbenfriedhofs

Dies ist ein Kindergemälde lesbischer Friedhof. © Sappho-stiftung.de.

Unweit des Alexanderplatzes, an der Ecke Greifswalder Straße 229 und Prenzlauer Berg, liegt der Friedhof der Kirchengemeinde Georgen I (Karte). Dort hat die Sappho-Frauenwohnstiftung, eine Wohnstiftung für lesbische Frauen, eine 400 m2 große Fläche eingeweiht, die 80 Grabstätten und Urnen für lesbische Paare beherbergen kann.

Site du cimetière

Der Lesbenfriedhof vor den ersten Bestattungen. © Sappho-stiftung.de.

Die Vereinigung hat mit der wohlwollenden Unterstützung der lutherischen Friedhofsverwaltung 15.000 Euro investiert, um die Fläche schön herzurichten. „Unsere Friedhöfe sind offen für alle, die unsere Friedhofsordnung respektieren“, erklärt Volker Jastrzembski, der Sprecher der evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg.

Dieser besonders für Lesben eingerichtete Teil ist vom Rest des Friedhofs nicht abgetrennt, und es dürfen dort auch heterosexuelle Verstorbene begraben werden. Dennoch ist es das Ziel dieses Bereichs, lesbischen Paaren zu ermöglichen, ihre letzte Ruhestätte gemeinsam und nebeneinander zu haben – genauso wie sie auch gelebt haben.

Foto von Astrid Osterland

Astrid Osterland, 69, bereitet ihren letzten Umzug vor.
© Sappho-stiftung.de.

Dieses von Astrid Osterland geleitete Projekt von Sappho, genannt Safia, hat in Berlin und im übrigen Deutschland durchaus kritische Stimmen hervorgerufen. Astrid Osterland erklärt deshalb die dreifache Symbolwirkung ihrer Initiative: Die Lage im schwulen- und lesbenfreundlichen sowie hippen Wohnviertel Prenzlauer Berg, eine würdevolle Betrachtung der lesbischen Gemeinschaft, die keine anonymen Bestattungen oder Grabsteine mehr erforderlich macht, und schließlich ein Beweis dafür, dass die evangelisch-lutherische Kirche kompatibel mit dem Thema Homosexualität ist.

Sappho ergänzt dazu abschließend, dass es „somit noch einen weiteren Grund für eine Reise nach Berlin gibt – auch wenn es vielleicht die letzte Reise sein mag“.

Es sei hinzugefügt, dass 70 % der Berliner die Feuerbestattung einer Erdbestattung vorziehen. Ein Urnengrab benötigt nur 2,9 m2, ein reguläres Grab hingegen 12,6 m2.

Wolfgang / MensGo
(Nach Aufeminin.com und L’Express vom 6. April 2014)

 

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