Italienische Justiz erklärt schwule Ehe für gültig

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Italienische Justiz erklärt schwule Ehe für gültig

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 17. April 2014) Zum ersten Mal in Italien hat das Gericht in Grosseto (Toskana) eine Ehe für gültig erklärt, die zwei italienische Männer in New York geschlossen hatten. Gegen das Urteil vom 9. April kann jedoch noch Berufung eingelegt werden.

Unterzeichnung des Ehevertrags

Der Bürgermeister von Grosseto und der Generalsekretär des Rathauses unterzeichnen einen schwulen Ehevertrag. ©Toscanamedianews.it.

Richter Paolo Cesare Ottati hat auf Anfrage von Claudio Boccini, dem Rechtsanwalt des schwulen Paars, erklärt, dass es im standesamtlichen Register von Grosseto „keinen Hinweis auf den Begriff des Geschlechts“ gibt. Dementsprechend hat er die Standesbeamten von Grosseto angewiesen, die Ehe zwischen dem Designer und Architekten Giuseppe Chigiotti und dem Journalisten Stefano Bucci in ihr Eheregister aufzunehmen. Die beiden Männer, 68 und 57 Jahre alt, hatten am 6. Dezember 2012 in New York geheiratet. avec le journaliste Stefano Bucci.

Der Ehevertrag

Ein Wort auf zwei Blättern: Ehevertrag. Zum Vergrößern klicken. ©Toscanamedianews.it.

Richter Ottatis Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Homo-Ehe in Italien nach wie vor illegal ist. Er erklärt jedoch, dass „neue und umfassendere Konzepte, unter anderem die Ehe zwischen zwei Menschen desselben Geschlechts“, heute im Hinblick auf die Ehe in Betracht gezogen werden müssen.

Die beiden Ehepartner hatten Grosseto im März 2014 verklagt, nachdem die städtischen Behörden sich geweigert hatten, ihre Ehe ins Standesamtsregister einzutragen. Emilio Bonifazi, Bürgemeister von Grosseto, hat daraufhin erklärt, dass seine Ämter der richterlichen Anordnung umgehend Folge leisten würden. Und tatsächlich hat Mario Venanzi, Generalsekretär der Gemeinde, am 14. April die richterliche Anordnung im Standesamtsregister umgesetzt. Giuseppe und Stefano konnten also anschließend ihre Eheurkunde bei der Gemeinde abholen.

Fabrizio Marrazzo, Sprecher der Vereinigung Gay Center hat die Bürgermeister der wichtigsten Mitte-links stehenden Städte (Bari, Mailand, Neapel, Rom und Turin) dazu aufgerufen, ebenso zu verfahren wie Bürgermeister Bonifazi in Grosseto.

Der Staatsanwalt von Grosseto, Francesco Verusio, hat am 16. April 2014 erklärt, dass er gegen dieses Urteil Berufung einlegen würde. Die Entscheidungen des Richters und des Bürgermeisters sind sehr lebhaft von verschiedenen religiösen Institutionen kritisiert worden.

Kommentar: Die Schnapsidee eines Richters? Von wegen. Natürlich sind in Italien Homo-Ehen noch nicht legalisiert worden, genauso wenig wie eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Allerdings haben in diesem überwiegend katholischen Land sowohl der oberste Gerichtshof als auch das Verfassungsgericht den Gesetzgeber bereits daran erinnert, dass er ein Antidiskriminationsgesetz zu beschließen hat, also Ehen zwischen Personen desselben Geschlechts endlich zuzulassen.

Wolfgang / MensGo
(Nach Tagespresse vom 10. April 2014, darunter Le Monde und The Telegraph)

 

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