Südafrika schützt seine LGBTI-Bürger

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Südafrika schützt seine LGBTI-Bürger

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 4. Mai 2014) Die südafrikanische Regierung hat am 29. April 2014 ein Programm gestartet, mit dem seine homo-, trans- und intersexuellen Bürger gegen Gewalt und Diskriminierung geschützt werden sollen. Die Gerichte werden fortan die Verursacher homophober Gewaltaktionen streng bestrafen, so Jeff Radebe, Minister für Justiz und Verfassungsentwicklung.

Die Maßnahmen folgen auf die Einsetzung einer Arbeitsgruppe von 2011, die eine Strategie gegen Diskriminierung und homophobe Gewalt im Allgemeinen und gegen „korrigierende Vergewaltigungen“ im Besonderen erarbeiten sollte. Dabei handelt es sich um Gruppenvergewaltigungen, die von Männern an Lesben vorgenommen werden mit dem Ziel, ihre Homosexualität zu „korrigieren“.

Foto von Jeff Radebe

Jeff Radebe, südafrikanischer Justizminister. © Abayomi Azikiwe

Das Aktionsprogramm beinhaltet eine Zelle für die Verfolgung von unaufgeklärten oder vermuteten Verbrechen und Vergehen gegen Lesben, Schwule sowie bi-, trans- und intersexuelle Menschen (LGBTI).

Der Kern des Programms ist pädagogischer Natur – also Aufklärung und Sensibilisierung der Regierungsbeamten und der Öffentlichkeit über die Rechte der schwullesbischen Bevölkerung. Der Justizminister führt derzeit eine Überprüfung der hierfür zur Verfügung stehenden pädagogischen Werkzeuge durch.

Regenbogen hinter einem Hochspannungsmast

Ein Regenbogen in Südafrika. © Chris Kirchhoff/MediaClubSouthAfrica.com.

Lawrence Mushwana, Präsident der südafrikanischen Menschenrechtskommission, hat dem Justizminister für dessen Initiative gedankt. Der Beginn des Aktionsprogramms fand nach dem sogenannten Freiheitsmonat statt, in dem Südafrika den zwanzigsten Jahrestag der ersten rassenübergreifenden freien Wahl gefeiert hat.

Schon zuvor verbot die südafrikanische Verfassung jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Das Vaterland von Nelson Mandela, das heute von dem wenig schwulenfreundlichen Jacob Zuma regiert wird, war auch das erste Land, in dem die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert wurde, und zwar im November 2006. Vor vier Jahren hat das südafrikanische Verfassungsgericht die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare freigegeben. Außerdem gibt es in Südafrika auch ein Gesetz, das insbesondere die Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet.

Coca-Cola hat den Freiheitsmonat für eine freundliche, siebenfarbige Geste genutzt. Der Softdrink-Riese hat sein Gebäude in Johannesburg für die Erzeugung von Regenbögen über der Metropole verwendet. Ein passender Gruß für die „Regenbogennation“, wie Südafrika aufgrund seiner ethnischen Vielfalt auch genannt wird. Mit oder ohne Kohlensäure, hier das Resultat:

Wolfgang / MensGo

(Nach Xinhua vom 30. April 2014)

 

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