CSD: Gigantisch in Rom, klein in Bukarest, vielversprechend in Rennes

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CSD: Gigantisch in Rom, klein in Bukarest, vielversprechend in Rennes

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 11. Juni 2014) Am Pfingstwochenende 2014 gab es CSD-Umzüge in vielen großen und kleinen Städten, und Zehntausende Schwule, Lesben, Transsexuelle und ihre Freunde marschierten mit. Unser Blick auf drei von ihnen: Rennes, Rom und Bukarest.

Bei der 19. CSD-Parade in Lille die wie fast überall in Frankreich offiziell Marche des fiertés (= Marsch des Stolzes) genannt wird, gab es am 7. Juni 2014 zwischen 18.000 und 20.000 Teilnehmer und Zuschauer.

In Bordeaux gab es beim 18. CSD am selben Tag etwa 6.000 Umzugsteilnehmer. Dies entsprach in etwa den Erwartungen der Organisatoren, liegt jedoch weit unterhalb dessen, was man bei einer so großen Metropole mit ihrer überdurchschnittlich großen LGBT-Bevölkerung erwarten könnte.

Mit etwa 2.500 Teilnehmern fiel der 21. CSD von Rennes noch etwas bescheidener aus. Dort wurde unter anderem auch das Recht auf künstliche Befruchtung für alle Frauen sowie das Recht auf geschlechtsanpassende Operationen für intersexuelle Menschen eingefordert.

Trotz eines kürzlich ergangenen Gerichtsurteils gibt es in Italien noch immer keine gleichgeschlechtliche Ehe und auch keine eingetragene Lebensgemeinschaft. Ignazio Marino, der Bürgermeister von Rom hat jedoch sein Versprechen zur Einführung der eingetragenen Lebensgemeinschaft in der Hauptstadt wiederholt, und zwar vor zehntausenden Menschen, die sich am 7. Juni zum 20. CSD in Rom zusammengefunden hatten (Webseite | Facebook-Seite).

Das war erst das zweite Mal, nach zwanzig Jahren, dass ein römischer Bürgermeister offiziell am CSD-Umzug teilnahm. In beiden Fällen handelte es sich um einen linken Politiker.

Diese interessante Reportage von Libera.tv verschafft einem einen guten Eindruck der tollen Stimmung vor Ort:

Ebenfalls am Samstag, 7. Juni fand der CSD auch in Bukarest statt, wo nur 400 Menschen auf der Straße waren. Leider lud das feuchte Wetter überhaupt nicht zu einem Umzug ein. Wenn die Erwartungen auch wesentlich geringer waren als in den großen westeuropäischen Städten, so waren die Forderungen nicht weniger klar: Ein Ende des hassgeprägten homophoben Klimas, das Rumänien in alten Zeiten festhält, sowie der Aufbau einer eingetragenen Lebensgemeinschaft.

Logo des CSD in Bukarest

Zum Vergrößern auf das Bild klicken. © Gay-fest.ro.

Zwei Botschafter waren ebenfalls unter den Demonstranten: Matthijs von Bonzel, Botschafter der Niederlande, sowie Anders Bengtcen, Botschafter von Schweden. Auch die amerikanische Botschaft war vertreten.

An einer rechtsextremen Gegendemo nahmen zur gleichen Zeit nur ein paar Dutzend Personen teil – ein kleiner Sieg für die rumänische LGBT-Gemeinschaft, die zehnmal so zahlreich vertreten war.

Mit dem CSD in Berlin am 21. Juni und den CSDs am 28. Juni in Oslo (EuroPride 2014), in Paris und in Barcelona finden demnächst ein paar der am stärksten erwarteten schwul-politischen Festivals statt. Hoffentlich spielen die deutsche, französische und spanische Fußballmannschaft nicht gerade am jeweiligen Datum.

Wolfgang / MensGo

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