Australien: Kinder in gleichgeschlechtlichen Haushalten leben besser

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Australien: Kinder in gleichgeschlechtlichen Haushalten leben besser

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 7. Juli 2014) Eine am 21. Juni 2014 veröffentlichte, durch Simon R. Crouch an der Universität Melbourne geleitete Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder aus gleichgeschlechtlichen elterlichen Haushalten in körperlicher, geistiger und sozialer Hinsicht Kinder heterosexueller Paare übertreffen.

Zur Studie: HTML | PDF

Titel der australischen Studie

Die australische Studie zur Gesundheit von Kindern in gleichgeschlechtlichen Familien (Australian Study of Child Health in Same-Sex Families, oder kurz: ACHESS) wurde von Mai bis Dezember 2012 in einer Stichprobe von freiwilligen Teilnehmern durchgeführt, nämlich 315 Eltern mit insgesamt 500 Kindern zwischen 0 und 17 Jahren, wovon 80 % durch ein lesbisches Paar, 18 % durch ein schwules Paar und 1 % durch ein Paar anderer Zusammensetzung aufgezogen wurden. Nach Aussagen ihrer Eltern zeigen diese Kinder ein besseres Gleichgewicht insgesamt, eine bessere Gesundheit und besseren Familienzusammenhalt als andere Kinder. Andererseits wirkt sich der subjektiv empfundene Grad der Stigmatisierung proportional auf ihre psychische Gesundheit aus.

Schneller, stärker, weiter!

Statistisch betrachtet zeigen Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Eltern erzogen wurden, eine um 3 % höhere Ausgeglichenheit gegenüber dem australischen Durchschnitt. Im Bereich Gesundheit und beim Familienzusammenhalt liegt der Unterschied sogar bei jeweils 6 % zu Gunsten der Kinder homosexueller Elternpaare (vgl. hierzu Tabelle 6).

In der betrachteten Stichprobe waren das Bildungsniveau sowie das Einkommen überdurchschnittlich, woraus gefolgert wird, dass mehr Wissen zu Gesundheitsthemen vorhanden ist. Außerdem wirkt sich hier wohl auch die Tatsache aus, dass 80 % der gleichgeschlechtlichen Eltern Frauen sind.

Weniger Stereotypen

Aus der Studie geht auch hervor, dass sich gleichgeschlechtliche Partner die Aufgaben funktioneller und weniger nach stereotypen Geschlechterrollen verteilen. Hieraus folgt nach Auffassung der Studienautoren eine bessere familiäre Harmonie.

Das Gefühl der Stigmatisierung oder eine gefühlte Homophobie in der Umgebung scheint wiederum eine statistische Auswirkung auf körperliche Aktivitäten, die geistige Gesundheit sowie den familiären Zusammenhalt zu haben.

Schlussfolgerungen mit Abstrichen

Die Autoren räumen die geringe Repräsentativität ihrer Studie ein. Über die freiwillige Teilnahme kommen sicher einige eher militante Individuen herein. Außerdem sind die Teilnehmer überdurchschnittlich wohlhabend und gebildet.

Eine Extrapolation der Ergebnisse auf die australische Gesamtbevölkerung ist schwierig, weil es keine nationalen Statistiken zu gleichgeschlechtlichen Paaren gibt. Die Homo-Ehe ist nicht legalisiert, und nahezu jeder Bundesstaat hat eigene Gesetze zur eingetragenen Partnerschaft.

Auch die Aussagen zur Stigmatisierung sind nicht so klar zu fassen. Wir ein durch eine indische Leihmutter ausgetragenes Kind nur diskriminiert, weil es bei zwei lesbischen Müttern lebt oder auch aufgrund seines indischen Aussehens?

Und nicht zuletzt wurde die Umfrage von den Eltern ausgefüllt. Die Angaben sind also sicher mit Vorsicht zu genießen, weil sie möglicherweise von politisch motivierten oder sogar militanten Gedanken diktiert wurden.

Kommentar: Die Studie von Simon R. Crouch ist sicherlich nicht vollständig neutral zu betrachten. Unabhängig von möglichen Fehlern oder Ungenauigkeiten zeigt die Studie aber doch, dass Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern in einigen Aspekten vielleicht besser dastehen als andere, und in anderen Aspekten jedenfalls auch nicht schlechter als der Durchschnitt.

Auffallend, ja störend sind allerdings diverse Kommentare zu dieser Studie. Ein Kommentator behauptet, diese Studie hätte keinen Wert an sich, weil sie ja von einem Schwulen durchgeführt wurde. Diese Logik würde ja auch bedeuten, dass Frauen sich nicht zu feministischen Fragen äußern sollten oder Christen keine Studie zum katholischen Glauben durchführen dürften.

Wolfgang / MensGo

(Nach Atlantico.fr)

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg