Smithsonian-Museum in Washington eröffnet schwullesbische Ausstellung

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Smithsonian-Museum in Washington eröffnet schwullesbische Ausstellung

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 22. August 2014) Das National Museum of American History (Nationalmuseum für amerikanische Geschichte) hat am 19. August 2014 eine bedeutende Ausstellung eröffnet, die sich dem Abenteuer der schwulen und lesbischen Errungenschaften widmet. Dieses Museum gehört zu den 19 Museen, die von der Smithsonian Institution verwaltet und staatlich gefördert werden.

Die LGBT-Sammlung: Zusammenfassung | Ausführlicher Artikel

Die Mittel aus diversen Vermächtnissen und Spenden erlauben dem National Museum of American History, ab sofort den Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LGBT) sowie ihren wichtigsten Themen eine ganze Abteilung zu widmen, und zwar insbesondere dem Kampf um schwule und lesbische Gleichberechtigung sowie den wichtigsten Symbolen der LGBT-Community.
Die Ausstellung zeigt Gegenstände mit schwullesbischem Bezug seit dem 19. Jahrhundert, die zuvor nur in Sonderausstellungen zu bestimmten Themenkreisen zu sehen waren, wie zum Beispiel den Stonewall-Aufständen oder Retrospektiven auf die Geschichte von HIV/AIDS.

Eindrücke aus der schwullesbischen Museumsabteilung des Smithsonian

Zum Vergrößern klicken.

Unter den Gegenständen in der Ausstellung fallen unter anderem einige mit Bezug zum Tennis ins Auge, wie beispielsweise der Tennisschläger von Renée Richards. Die Profi-Tennisspielerin durfte an den US Open von 1976 nicht teilnehmen, weil sie nicht als Frau geboren wurde und sich 1975 einer chirurgischen Geschlechtsumwandlung unterzogen hatte. Gegen diese Diskriminierung klagte sie, und der höchste Gerichtshof des Staats New York gab ihr Recht. Dieser Prozess erregte seinerzeit viel Aufsehen und ging in die Annalen der amerikanischen Rechtsgeschichte ein.
Der Schläger, den sie dem Smithsonian zur Verfügung stellte, ist nicht der des Turniers von 1976 (an dem sie ja nicht teilnehmen durfte), sondern der, mit dem sie die Meisterschaft von New York gewann – und zwar von 1964, in der Kategorie der Herren, als sie noch den Namen Richard Raskind trug.

Renée Richards hat dem Museum auch ein Autogramm von Martina Navratilova überlassen, der sie in den US Open von 1977 beim Doppel-Finale der Damen knapp unterlegen war, und deren Trainerin sie später wurde.

Frühere Spenden hatten dem Smithsonian schon ermöglicht, unter anderem das berühmte „Kampfkleid“ der Bürgerrechtlerin Billie Jean King auszustellen, einer weiteren, sehr berühmten amerikanischen Tennis-Legende.

Transsexuelle Flagge

Eine Flagge als Ausdruck des transsexuellen Selbstbewusstseins: Blau wie ein Junge, rosa wie ein Mädchen, weiß wie der Rest.

Die transsexuelle Aktivistin Monica Helms (rechts im Foto oben) hat ebenfalls einige Gegenstände gespendet, unter anderem die Flagge des transsexuellen Stolzes. Diese hat sie 1999 kreiert und 2000 anlässlich des CSD in Phoenix, Arizona, zum ersten Mal offiziell vorgestellt.

Auch die Welt der Medien fehlt nicht in diesem bunten Sammelsurium:
Zahlreiche Objekte mit Bezug zur äußerst beliebten Fernsehserie Will & Grace, die in den USA von 1998 bis 2006 lief, gehören dazu.
Die Fotografinnen Patsy Lynch und Silvia Ros haben der LGBT-Sammlung 100 Bilder und 86 Fotografien zur Verfügung gestellt.
Und noch viele andere Gegenstände erwarten die Besucher dieser interessanten Ausstellung in Washington.
Vielleicht kommt ja in möglichst naher Zukunft auch das heiß erwartete Urteil des amerikanischen Bundesgerichtshof dazu, welches das Verbot der Homo-Ehe ein für alle Male als verfassungswidrig erklärt…

Wolfgang / MensGo
(Nach Le Monde vom 20. August 2014)

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