Positive Stimmung zu schwullesbischen Themen in Frankreich

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Positive Stimmung zu schwullesbischen Themen in Frankreich

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 18. Oktober 2014) Nach dem ganzen Krawall um homophobe Demos in Frankreich, schauen wir uns doch einmal genauer die am 3. Oktober 2014 veröffentlichte Umfrage von Ifop-ADFH an.

Zusammenfassung: von Ifop | von ADFH
Ergebnisse im Einzelnen (pdf): Ifop | ADFH

Umfrage durch Ifop-ADFH

Es könnte durchaus noch besser sein… © ADFH.

Es gab viele LGBT-Themen in Frankreich in den letzten Monaten, unter anderem die Einführung der Homo-Ehe, gleichgeschlechtliche Eltern, künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft. Stellen die eher schwulenkritischen und feindlichen Demos die Meinung der gesellschaftlichen Mehrheit dar? Dies ließ der Verein gleichgeschlechtlicher Eltern (ADFH = Association des familles homoparentales) durch das Meinungsforschungsinstitut Ifop untersuchen.

Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen, dass diese schwulenfeindlichen Demos im Grunde nur für einen kleinen Teil der französischen Bevölkerung stehen – der jedoch mit seinen Aktionen sehr stark auf sich aufmerksam macht und damit doch viel Schaden anrichten kann. Dazu gesellen sich dann noch Journalisten und Medien mit teilweise sehr unpassenden und ungeschickten Äußerungen.

Hier ein paar Ergebnisse im Detail:

Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen – kein Problem!

Sehen Sie ein gleichgeschlechtliches Paar mit Kindern heute als gleichwertige Familie an?

  • Ja: 61 %
  • Nein: 39 %

Allerdings ist nur etwa die Hälfte der positiven Aussagen ein klares Ja („Ja, auf jeden Fall“), wie auch bei einigen anderen Fragen.
Aber auch nur 17 % der ablehnenden Antworten sind ein klares Nein („Nein, überhaupt nicht“). Der Anteil der klar ablehnenden bzw. zustimmenden Antworten ist über fast alle Teile der Umfrage derselbe.

Kann sich ein Kind in einer Familie mit zwei Müttern bzw. zwei Vätern genauso entwickeln wie in einer Familie mit einer Mutter und einem Vater?

  • Ja: 54 % (zwei Mütter) und 52 % (zwei Väter)
  • Nein: 46 % (zwei Mütter) und 48 % (zwei Väter)

Hier ist zu sagen, dass alle ernst zu nehmenden psychologischen Studien zeigen, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen diesen verschiedenen Familienarten gibt.

Künstliche Befruchtung

Sollte die künstliche Befruchtung für gleichgeschlechtliche Paare mit zwei Frauen erlaubt werden?

  • Ja: 53 %
  • Nein: 47 %

Leihmutterschaft

Sollte die Leihmutterschaft in Frankreich mit einem klar abgesteckten Rahmen erlaubt werden?

  • Ja: 55 %
  • Nein: 45 %

Für wen sollten Leihmütter erlaubt sein?

  • Heterosexuelle Paare: 60 %
  • Homosexuelle Paare: 41 %
  • Alleinstehende: 36 %

Homo-Ehe

Sollte das Gesetz zur Homo-Ehe in Frankreich abgeschafft werden?

  • Ja: 43 %
  • Nein: 57 %

Schlussfolgerung

Der Schwulenhass ist in Frankreich noch durchaus präsent

Das zeigen auf jeden Fall diese Zahlen und die vielen Teilnehmer an den Demos.

Die klaren Aussagen (klares Ja oder klares Nein) sind doch eher selten, und die nicht so überzeugten Meinungen zeigen doch, dass viele Leute ihre Position durchaus wieder ändern könnten. Vorsicht scheint deshalb angesagt.

Unabhängige und eindeutige Aussagen?

Wie bei vielen solchen Umfragen hängen die Ergebnisse bzw. deren Interpretation auch stark von den Fragestellungen ab. Möglicherweise unterschätzen solche Studien ja auch eine gesellschaftliche Basis, die in Wahrheit weniger humanistisch ist als sie sich gerne nach außen darstellt – was natürlich genauso für andere Themen wie Todesstrafe, weiche Drogen usw. gilt.

Und die Jugend?

Bei dieser Umfrage wurden nur Personen ab 18 Jahren befragt. Die heutigen Schüler der Oberstufe werden aber bei der Präsidentschaftswahl 2017 fast alle schon wählen dürfen. Wir können annehmen, dass diese Altersgruppe schwullesbischen Themen positiver gegenübersteht als ältere Leute – auch wenn wir die genauen Zahlen dazu nicht kennen mögen.

Internet-Umfrage

Die Umfrage wurde über das Internet durchgeführt und ist damit auch nur als beschränkt repräsentativ anzusehen, denn 18 % der Haushalte in Frankreich nutzen das Internet nicht (Stand von 2013).

Ein Schimmer Hoffnung

Interessant ist, dass alle Befragten, die Schwule oder Lesben in ihrem Bekanntenkreis haben, positiver zu LGBT-Themen und Forderungen eingestellt sind. Das bedeutet natürlich auch, dass diese Themen in der Öffentlichkeit bekannter und verständlicher werden, wenn sich mehr Leute als schwul oder lesbisch outen. Dazu morgen etwas mehr Informationen.

Methodik: Die Umfrage wurde vom 29. September bis zum 1. Oktober 2014 durch Ifop im Auftrag von ADFH (Verein gleichgeschlechtlicher Eltern in Frankreich) durchgeführt. Die Umfrage wurde automatisiert über das Internet an 1000 Menschen über 18 Jahren verteilt. Die Stichprobe wurde über die Quoten-Methode erhalten und war repräsentativ.

Wolfgang / MensGo
(Nach der offiziellen Pressemitteilung ADFH vom 5. Oktober 2014)

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