Tim Cook outet sich mit Stolz und Militantismus

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Tim Cook outet sich mit Stolz und Militantismus

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 31. Oktober 2014) „Ich bin stolz darauf, schwul zu sein und betrachte diese Tatsache als eines der schönsten Geschenke, das Gott mir machen konnte.“ Mit diesen Worten hat Tim Cook, seit 2011 Apple-Chef, sein Coming-Out zwei Tage vor seinem 54. Geburtstag kommentiert.

Nachstehend eine Analyse der Art und Weise, wie Tim Cook seine Homosexualität öffentlich gemacht hat (von Bloomberg Businessweek). Der Aufsichtsrat von Apple wurde darüber informiert und hat die Entscheidung von Tim Cook vollständig unterstützt.

 

Sein Outing hat der CEO von Apple durch einen Forumsbeitrag am 30. Oktober 2014 in der Businessweek durchgezogen. Durch die Auswahl dieser wirtschaftsorientierten Wochenzeitschrift stellt sich Cook zugleich als schwuler Mann und als Chef von Apple dar.

Seine Homosexualität war ein offenes Geheimnis. „Viele meiner Kollegen hier bei Apple wissen, dass ich schwul bin, und das scheint für die Art, wie sie mich behandeln keinerlei Unterschied zu machen.“ Zuvor hatte Cook seine sexuelle Orientierung zwar nie verleugnet, aber sich auch noch nie öffentlich dazu bekannt.

Also: Warum dieses Outing gerade jetzt? Weil das Bedürfnis, etwas Gutes für die schwullesbische Gemeinde zu tun, ihm heute wichtiger ist als sein Wunsch auf ein wohlgehütetes Privatleben, so Cook – auch wenn dem zuvor nicht so war.

„Wenn also die Tatsache, dass sich der Chef von Apple outet, jemandem dabei hilft, sich selbst zu akzeptieren oder ihn tröstet, wenn er sich einsam fühlt, oder auch Menschen dazu bringt, für ihre gleichen Rechte einzustehen, dann ist mir das sehr wohl einen Kompromiss mit meinem Privatleben wert.“

Tim Cook erwähnt auch die nach wie vor existierenden Fälle von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung in vielen Staaten und Ländern – Diskriminierung am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche sowie im Verwaltungs- und Erbrecht.

Er sagt es eher indirekt als direkt, aber er wendet sich gegen alle diese Formen von Diskriminierung und Vorurteile. Damit hat sich Tim Cook also nicht geoutet sondern er ist zugleich ein aktiver, militanter schwuler Mann geworden.

Kommentar: Für Tim Cook wird es eine schwierige Entscheidung werden: Auf welchem CSD (Gay Pride) wir er zum ersten Mal mitwirken?

Eine sehr natürliche Entscheidung wäre San Francisco, unweit vom Apple-Firmensitz.
Andererseits wäre für den Mann aus Alabama die Teilnahme an einem CSD in einem der Südstaaten, wo Homophobie noch sehr tief in der Gesellschaft verwurzelt ist, eine noch militantere Entscheidung.

Wolfgang / MensGo
(Nach Tagespresse vom 30. Oktober 2014)

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