Amerikaner haben nach wie vor starke Vorurteile gegen Schwule

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Amerikaner haben nach wie vor starke Vorurteile gegen Schwule

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 20. November 2014) AIn den USA ist die Einstellung der Menschen gegenüber homosexuellen Paaren, die in der Öffentlichkeit ihre Liebe zeigen, deutlich negativer als gegenüber heterosexuellen Paaren, die dies tun. Dies zeigt eine soziologische Studie der Universität Indiana, die heute vorgestellt wurde.

Long Doan veröffentlicht eine Studie mit Zahlen, die nach Vorurteilen riechen. © Long Doan.

Die Studie namens Formal Rights and Informal Privileges for Same-Sex Couples: Evidence from a National Survey Experiment wurde von Long Doan, Soziologie-Doktorand an der Universität von Indiana durchgeführt und in der Fachzeitschrift American Sociological Review, Ausgabe Dezember 2014 veröffentlicht.

Die Studienteilnehmer waren repräsentativ für die amerikanische Gesellschaft und setzten sich aus etwa 1.000 Freiwilligen zusammen: Männer und Frauen, hetero- und homosexuell.

Vor dem Ausfüllen des Fragebogens lasen die Teilnehmer eine kurze Geschichte über drei nichtverheiratete, zusammenlebende Paare: Je ein schwules, lesbisches und heterosexuelles Pärchen. Anschließend sollten sie für jedes der Paare aussagen, welche Liebesbezeugungen in der Öffentlichkeit sie jeweils akzeptieren würden und welche nicht.

Händchen halten? Kein Problem für 97 % der befragten Heteros, solange es sich um ein heterosexuelles Paar handelt, für 75 % bei einem lesbischen Paar, aber nur für 62 % bei zwei Schwulen.

Heterosexuelle akzeptieren Küsschen auf die Wange bei einem Heteropärchen zu 95 %, bei einem Lesbenpaar zu 72 % und nur zu 55 % bei einem schwulen Paar.

Heftiges Herumknutschen zwischen einem Mann und einer Frau akzeptieren 50 % der heterosexuellen Befragten, zwischen zwei Frauen 26 % und zwischen zwei Männern nur 22 %.

Wie man an diesen Zahlen sieht, akzeptieren die Studienteilnehmer Liebesbezeugungen zwischen Frauen etwas besser als zwischen Männern.

Die Studie hat die Meinung der Teilnehmer zu Homo-Ehen nicht untersucht. Die Akzeptanz gleicher Rechte für Paare aller Couleur durch die heterosexuellen Befragten ist insgesamt auf sehr hohem Niveau.

Interessant ist auch, dass schwule und lesbische Paare auch das Zeigen von Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit durch heterosexuelle Paare etwas besser tolerieren als beispielsweise durch schwule Männer.

Kommentar: Diese Statistiken zeigen mehr Prüderie in den USA verglichen mit Westeuropa, was sich allerding auch zum Teil aus der Methodik der Studie erklärt.

Die Befragten hatten ja eine Geschichte zu lesen, in der es um drei unverheiratete Paare ging – was möglicherweise auch eine Auswirkung auf Teilnehmer aus dem ultrakonservativen bzw. stark religiösen Bereich hatte.
Der Grund hierfür war aber natürlich, dass man die Frage der Homo-Ehe hier bewusst ausklammern wollte.

Ein anderer Kritikpunkt: Die Anzahl der in dieser Studie Befragten war vergleichsweise gering, insbesondere der schwulen und lesbischen Teilnehmer. Vielleicht erklärt sich ja auch hieraus die Aussage, dass Schwule und Lesben den öffentlich sichtbaren Austausch von Zärtlichkeit bei gleichgeschlechtlichen Paaren weniger tolerieren als bei heterosexuellen Paaren.

Wolfgang / MensGo
(Nach Le journal de Montréal und LiveScience vom 20. November 2014)

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