Wieder mal das „Schwulen-Gen“

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Wieder mal das „Schwulen-Gen“

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 20. November 2014) Eine neue amerikanische Studie, deren Ergebnisse am 17. November 2014 in Psychological Medicine veröffentlicht wurde, wirft ein Licht auf zwei Chromosomen, die möglicherweise einen Einfluss auf die sexuelle Orientierung bei Männern haben könnte.

Bild von Johann Anton Ramboux

Die Brüder Konrad und Franz Eberhard (Johann Anton Ramboux, 1822). © Nga.gov.

Ein amerikanisches Forscherteam unter Leitung von Alan R. Sanders (Abteilung für Psychologie und Verhaltenswissenschaft am Forschungsinstitut des NorthShore University HealthSystem) und J. Michael Bailey (Abteilung für Psychologie, Northwestern University) hat zwei direkt mit der männlichen Homosexualität korrelierte Chromosomen identifiziert: Das Perizentromer des Chromosoms 8 sowie das Chromosom Xq28 (Teil des Chromosoms 23, das Männer von Frauen unterscheidet).

Diese beiden Bestandteile waren schon in früheren Untersuchungen teilweise identifiziert worden, insbesondere bei der von Dean Hamer 1993 durchgeführten Studie. Es ging hierbei um den Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen bei der homosexuellen Orientierung – allerdings nur bei einer kleinen Stichprobe.

Die Stichprobe der diesjährigen Studie ist schon sehr viel aussagekräftiger. Die Forscher haben 409 Geschwistergruppen bzw. 908 schwulen Individuen aus 384 verschiedenen Familien untersucht.

Im Ergebnis legt die Studie einen Einfluss der Chromosomen 8 und X auf die Entwicklung der männlichen Homosexualität nahe, ohne dabei die auf das persönliche Umfeld der Probanden zurückgehenden Unterschiede zu betrachten.

Kommentar: Leider sind nur einige Ergebnisse der Studie öffentlich zugänglich. Die Gesamtheit der Studie ist nur für Abonnenten der Fachzeitschrift einsehbar, was eine vernünftige Beurteilung der Studie natürlich erschwert.

Interessant ist, dass die Idee eines „schwulen Gens“ oder eines „Gens der Homosexualität“ von Journalisten anderer Veröffentlichungen vorgeschlagen wurde, und nicht von den Forschern selbst, deren Studie die Bezeichnung Genome-wide scan demonstrates significant linkage for male sexual orientation trägt.

Zukünftige Studien werden wohl zeigen, ob und inwieweit die Forschungen und Ergebnisse tatsächlich zutreffend sind.

Weitere Fragen stellen sich: Waren alle Probanden ausschließlich schwul oder gab es auch bisexuelle Männer darunter? Was kann man über weibliche Homosexualität aussagen? Welchen Einfluss hat die Tatsache, dass die verwendeten Analysemethoden etwas veraltet waren, und dass zwischen Beginn und Ende der Studie insgesamt neun Jahre lagen? Und schließlich: Bedeutet der genetische Zusammenhang nicht, dass Homosexualität von einer Generation zur nächsten und weiter übertragen würde? Daran hat sich bis jetzt noch keine Studie gewagt.

Wolfgang / MensGo
(Nach Sciences dessus dessous vom 18. November 2014)

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