Olympische Charta verbietet ab sofort jegliche homophobe Diskriminierung

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Olympische Charta verbietet ab sofort jegliche homophobe Diskriminierung

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 9. Dezember 2014) Das internationale olympische Komitee (IOC) hat am 8. Dezember einen Antrag angenommen, nachdem die olympische Charta jegliche homophobe Diskriminierung untersagt. Der Text wurde einstimmig angenommen.

Olympische Charta, 6. Prinzip

Das 6. Prinzip der olympischen Charta in der bisher gültigen Fassung.
© CIO.

Die olympische Charta orientiert sich ganz offiziell am Artikel 2 der universellen Erklärung zu den Menschenrechten der Vereinten Nationen. Der neue Text führt das Prinzip der Nichtdiskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ein.

Der Text auf Englisch:

“The enjoyment of the rights and freedoms set forth in this Olympic Charter shall be secured without discrimination of any kind, such as race, color, sex, sexual orientation, language, religion, political or other opinion, national or social origin, property, birth or other status.”

Der bisher gültige Text (siehe Abbildung oben) ist deutlich weniger präzise.

Der Ausdruck „oder aus sonstigen Gründen“ wurde von homophoben Vertretern und Kritikern der Antidiskriminierungsbewegung bisher völlig anders interpretiert.

Die neue Ausführung des Texts der olympischen Charta nimmt keinerlei Bezug auf ein bestimmtes Land. Sie wird für alle zukünftigen sportlichen Begegnungen und Entscheidungen unter dem Schirm des IOC gelten, also auch die für Juli 2015 geplante Vergabe der olympischen Winterspiele 2022, für die derzeit nur noch die chinesische Hauptstadt Peking und die frühere kasachische Hauptstadt Almaty in Frage kommen.

Kasachstan ist aufgrund sehr offener und drastischer Homophobie bereits im olympischen Visier.

Puschkin und Kurmangasy Sagirbajuli in einem Kuss

Puschkin und Kurmangasy Sagirbajuli in einem fiktiven Kuss.
© Havas Worldwide Kasachstan.

Ende Oktober 2014 hat ein Gericht in Almaty die Werbeagentur Havas Worldwide wegen eines Posters mit zwei sich küssenden Männern zu einer Strafe von 34 Mio. Tenge (150.000 EUR) verurteilt.

Das kasachische Büro von Havas hatte das Poster für die schwule Bar Studio 69 produziert. Es zeigt den russischen Schriftsteller Alexander Puschkin (1799-1837) und den kasachischen Komponisten Kurmangasy Sagirbajuli (1823-1896) bei einem Kuss auf den Mund. Havas Worldwide Kasachstan hat das Poster nicht von seiner (sehr schwulenfreundlichen) Facebook-Seite gelöscht.

Die sehr schwulenfreundliche Entstaubung der olympischen Charta folgt auf die homophoben und finanziellen Auswüchse anlässlich der Winterspiele 2014 in Sotschi.

Wolfgang / MensGo
(Nach Tagespresse vom 8. Dezember 2014, darunter Le Monde und Chicago Tribune)

1 Antwort

  1. Romulus

    Also wo sind die nächsten Austragungsorte? Sollten mal mit Saudi-Arabien anfangen, mal schauen ob da dieses Diskriminierungsverbot gilt, wenn man da schon allein wegen Baily’s Trinken ins Gefängnis geht.

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