Europarat fordert eine würdevollere Behandlung trans- und intersexueller Kinder

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Europarat fordert eine würdevollere Behandlung trans- und intersexueller Kinder

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 16. Dezember 2014) Der Europarat hat am 11. Dezember 2014 eine Studie zu „den Rechten trans- und intersexueller Kinder“ in Europa veröffentlicht. Neben juristischen und administrativen Dingen rät der Bericht zu deutlichen Anstrengungen in den Bereichen Erziehung und Kommunikation.

Titelsseite der Studie

Die Studie, die dem Europarat übergeben wurde
(Screenshot, derzeit nur auf Französisch verfügbar).

Die Studie vom November 2013 ist derzeit nur auf Französisch verfügbar (eine englische Version soll demnächst folgen). Sie wurde vom Psychiater und Psychotherapeuten Erik Schneider, dem Mitbegründer der Organisation Intersex & Transgender Luxemburg (ITGL), durchgeführt.

Empfehlungen zu transsexuellen Kindern

Der luxemburgische Experte zeigt verschiedene Wege auf, wie man diesen „unsichtbaren Kindern“ helfen kann. Häufig sind sie unglücklich und stehen unter einem erhöhten Selbstmordrisiko. Deshalb sollte diese „empfindliche Gruppe besonderen Schutz erfahren“ und „in die Programme zur Vorbeugung von Selbstmord und Gewalt aufgrund der sexuellen Identität, insbesondere innerhalb der Familie, aufgenommen werden“.

Dieser Schutz muss auch den Respekt vor dem Körper und Geist der trans- und intersexuellen Kinder umfassen, weil die Verweigerung dieses Schutzes einer Folter gleich käme.

Der Bericht empfiehlt ebenfalls größere Flexibilität im Hinblick auf den Vornamen und das zu verwendende Pronomen (er oder sie). Dabei sollte vor allem die Eigenwahrnehmung der geschlechtlichen Identität oder der Ausdruck derselben berücksichtigt werden.

In Punkt 122 verlangt der Text, dass transsexuelle Kinder und Erwachsene auch in Schulen thematisiert und in einem positiven, nicht-pathologischen Licht dargestellt werden. Natürlich müssen auch alle Angehörigen der Lehr- und Ausbildungsberufe entsprechend aus- und weitergebildet werden.

Empfehlungen zu intersexuellen Kindern

Hier muss „der Beendigung hormoneller und chirurgischer Behandlungen zur sogenannten ‚Normalisierung‘ absolute Priorität eingeräumt werden, solange die betroffenen Kinder nicht in der Lage sind, dazu ihre aufgeklärte Einwilligung zu geben“. Anders ausgedrückt muss man damit aufhören, mit lediglich guten Absichten Schlimmes anzurichten.

Natürlich sind auch diese Kinder sehr verletzlich und anfällig. Deshalb benötigen auch sie besser geschulte Fachkräfte, in den Heilberufen ebenso wie in der Lehre und Ausbildung.

Schlussfolgerung

Der Bericht unterstreicht die zögerliche Haltung der meisten europäischen Staaten mit Bezug auf trans- und intersexuelle Kinder. Es wäre kein Luxus in Europa, einige Initiativen anderer Länder nachzuahmen, wie z. B. Argentinien, wo Kinder selbst bestimmen können, welchen Vornamen sie im täglichen Gebrauch hören möchten, oder auch Kalifornien, wo Kinder selbst aussuchen dürfen, ob sie die Herren- oder Damentoilette benützen möchten.

Kommentar: Zweifellos wird der Punkt 122 (siehe oben) die Gemüter der ewig Gestrigen wieder einmal stark erhitzen. :mrgreen:

Wolfgang / MensGo
(Nach Le Figaro vom 12. Dezember 2014)

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg