Premiere in Irland: Coming-Out eines Ministers

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Premiere in Irland: Coming-Out eines Ministers

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 21. Januar 2015) Der irische Gesundheitsminister Leo Varadkar hat sich am 18. Januar 2015 geoutet – vier Monate nach dem Referendum zur Homo-Ehe. Zum ersten Mal steht damit ein irischer Politiker dieses Formats offen zu seiner Homosexualität.

Leo Varadkar

Leo Varadkar – ein Vollblutpolitiker mit der Statur eines Rubgy-Spielers, schwul und Anwalt für die Homo-Ehe. © Fine Gael.

An seinem 36. Geburtstag hat sich Leo Varadkar im öffentlich-rechtlichen Radio RTE Radio 1 als schwul geoutet. Für das Video (4:44 min) hier klicken:
Video

Niemals zuvor hat sich in Irland ein so bekannter Politiker geoutet, und dazu noch ein Minister. Neben seinem Ministeramt ist Varadkar auch in einflussreiches Mitglied seiner Mitte-Rechts-Partei Fine Gael.
Von den 66 Abgeordneten im Parlament sind zwei offen schwul, aber keiner sonst spielt auf der politischen Bühne Irlands eine solche bedeutende Rolle.

(Über seine Homosexualität)
„Man kann mich nicht nur dadurch definieren. Ich bin nicht einfach nur ein zur Hälfte indischer Politiker [Varadkars Vater ist Inder], ein Arzt und Politiker, und genauso wenig nur ein schwuler Politiker. Das ist lediglich ein Teil von mir selbst [...]“.

(Being gay?)
“It’s not something that defines me. I’m not a half-Indian politician, or a doctor politician or a gay politician for that matter. It’s just part of who I am […].”

Varadkar erklärt, dass er seine politischen Handlungen dem Gemeinwohl und nicht seiner sexuellen Orientierung verpflichtet fühlt. Dennoch wird er sich natürlich im Auftakt des im Mai stattfindenden Referendums für die Homo-Ehe einsetzen.
Bis heute erwähnt er jedoch sein Coming-Out weder auf seiner Webseite noch auf seiner Facebook-Seite.

Die irische Regierung möchte gleichgeschlechtliche Ehen erlauben (deshalb das Referendum im Mai 2015). Außerdem will sie Homosexuellen zur Blutspende zulassen sowie schwulen Paaren die Verwendung von Leihmutterschaft erlauben.

In Irland ist Homosexualität seit 1993 nicht mehr gesetzeswidrig, und seit 2011 gibt es die Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft. Leo Varadkars Coming-Out wurde von Seiten der Politik sehr positiv aufgenommen – auch von Premierminister Enda Kenny, der seinem Gesundheitsminister gleich von seinem Besuch der Pantibar (einer sehr bekannten Travestiebar in Dublin) im Dezember 2014 erzählte.

Für das Verfassungsreferendum im Mai 2015 scheint es bereits jetzt eine recht klare Mehrheit für die Homo-Ehe zu geben. Eine am 15. Januar veröffentlichte Telefonumfrage von Red C zeigt eine Zustimmungsquote von 75 %, ja sogar 90 % bei jungen Leuten bis 24. Selbst bei den Senioren über 65 Jahren liegt die Zustimmung noch bei 55 %. Die einzige Unsicherheit ist, ob die notwenige Teilnahmequote am Referendum erreicht werden wird.

Einer der größten Verfechter für die Homo-Ehe in Irland ist der bekannte Schauspieler Colin Farrell, dessen älterer Bruder schwul ist. Am 19. Januar 2015 trat Colin Farrell bei einer Fernsehdebatte der Moderatorin Claire Byrne zur Homo-Ehe beim Sender RTE auf.

Hier Colin Farrells spannendes und leidenschaftliches Statement in der Sendung:

Wolfgang / MensGo
(Nach Tagespresse vom 18. Januar 2015, darunter Le Figaro und JournalMetro.com)

2 Antworten

  1. teufelsgerät_schnucki

    “Er ist schwul, und das ist auch gut so!”

  2. Wolfgang

    Genau. Langsam wird das immer normaler, und das ist auch gut so. 🙂

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg