Google Translate löscht homophobe Übersetzungen

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Google Translate löscht homophobe Übersetzungen

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 30. Januar 2015) Seit dem 23. Januar 2015 übersetzt der automatische Übersetzungsdienst Google Translate bestimmte neutrale Begriffe wie gay oder homosexual nicht mehr durch beleidigende Bezeichnungen in andere Sprachen. So erscheinen also für gay und homosexual z. B. auf Deutsch nicht mehr die herabsetzenden Begriffe Warmer, Schwuchtel oder Tunte. Auch in der umgekehrten Richtung erscheinen im Englischen nur noch die neutralen Begriffe homosexual und gay.

Siegreiche Petition von All Out

Google hat seinen Übersetzungsalgorithmus auf eine von der schwullesbischen Interessengruppe All Out gestartete Petition mit etwa 60.000 Unterstützern hin geändert. All Out verwies auf die sehr inklusiv angelegte Firmenphilosophie von Google, und Google hat sich nach dem Schritt umgehend bei All Out und seinen Sympathisanten entschuldigt.

Google verpatzt den Algorithmus zuerst

Google erhält seine Übersetzungen über zwei verschiedene Mechanismen: Erstens vergleicht das Werkzeug einen Textkorpus in der Ausgangssprache mit seiner Übersetzung in die Zielsprache und verfeinert dadurch seine Übersetzungsdatenbank. Zweitens erlaubt Google seinen Nutzern, Übersetzungsvorschläge anzugeben, die es dann ggf. in die Datenbank aufnimmt.

Es ist nicht klar, wann dieser homophobe „Bug“ seinen Ursprung hatte. Nach einer ersten manuellen Korrektur des Algorithmus hatte Google zunächst leider auch die neutralen Übersetzungen unterdrückt, bevor diese dann wieder zugelassen wurden – beispielsweise also homosexuell für homosexual oder schwul für gay.

Kommentar: So ganz klar und einsichtig sind die Änderungen allerdings nicht. Wenn man mehrere Sprachen und Richtungen ausprobiert, sieht man, dass die Zuordnung der Begriffe alles andere als eindeutig und klar ist – alles erscheint insgesamt noch ziemlich ungereimt und zufällig.

Natürlich sind maschinelle Übersetzungswerkzeuge wie Google Translate oder Bing Translator und andere oft eine Hilfe, überhaupt eine Vorstellung der Bedeutung zu bekommen, wenn man von einem Text oder einer Webseite überhaupt nichts versteht. Aber letztlich leisten diese IT-Werkzeuge nicht das, was ein professioneller Übersetzer oder Dolmetscher zu bieten hat. Jedenfalls noch nicht, und wahrscheinlich wird dies auch für eine lange Zeit noch so bleiben.

Wolfgang / MensGo
(Nach französischer Tagespresse vom 29. Januar 2015, darunter Le Figaro und Metronews)

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