Bald eine LGBT-Schule in Manchester?

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Bald eine LGBT-Schule in Manchester?

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 5. Februar 2015) In etwa drei Jahren könnte es im Zentrum von Manchester die erste britische Schule speziell für LGBT-Schüler geben. Dieses Projekt hat die Interessengruppe LGBT Youth North West Mitte Januar 2015 angekündigt. Derzeit läuft dazu eine Machbarkeitsstudie.

Logo von LGBT Youth North West

Bald Unterricht unter dem Regenbogen in England?
© Lgbtyouthnorthwest.org.uk.

Die geplante Schule soll Platz bieten für etwa 60 schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Schüler, aber auch für sehr junge Eltern und Menschen mit geistiger Behinderung. Etwa zwei Drittel der Schüler werden Vollzeitschüler sein, und das restliche Drittel Teilzeitschüler, die bereits an anderen Schulen angemeldet sind. Mit anderen Worten soll dies also eine Schule sein, die zwar schwulenfreundlich, aber nicht exklusiv für LGBT-Jugendliche bestimmt ist. Es wird sich vor allem um Schüler handeln, die auf anderen Schulen bereits Schwierigkeiten hatten.

Das Projekt zielt darauf, „Leben zu retten“, so Amelia Lee, strategische Leiterin bei LGBT Youth North West. Die Stadt Manchester trauerte im September 2014 um die Schülerin Elizabeth Lowe, die sich mit 14 das Leben genommen hatte – aus Angst, dass ihre Eltern ihre Homosexualität nicht akzeptieren würden.

Im Grunde wendet sich dieses Projekt an junge, von der heterosexuellen Norm abweichende Jugendliche, die aufgrund ihrer Homosexualität Opfer von Verspottung, Mobbing, physischer und psychischer Gewalt oder schweren Stimmungsschwankungen und Depressionen sind. Außerdem heißt die Schule auch junge Menschen willkommen, die sich auf dem Weg einer Geschlechtsumwandlung befinden. Solche Geschlechtsanpassungen sind in Großbritannien bereits ab dem Alter von 12 Jahren zulässig.

Der Bau dieser Schule soll als Anbau an das bereits bestehende Joyce Layland LGBT Centre von Manchester erfolgen. Derzeit laufen Verhandlungen mit der Stadt Manchester, um Subventionen und eine offizielle Partnerschaft zu erzielen.

Auch das britische Bildungsministerium wurde um finanzielle Unterstützung gebeten, widersetzt sich aber derzeit dem Projekt, das es als schulische Gettoisierung betrachtet.

Mehrere Schulen und christliche Vereinigungen äußern sich offen gegen das Projekt. Ihre Begründung: Die sexuelle Orientierung ist eine Frage des Privatlebens und darf deshalb nicht durch öffentliche Zuwendungen unterstützt werden.

LGBT Youth North West stellt jedoch klar, dass die Schaffung einer LGBT-Schule derzeit nur eine Arbeitshypothese sei und man zunächst mit einer Machbarkeitsstudie prüfe, ob die Vergrößerung des LGBT-Zentrums von Manchester überhaupt möglich sei. Erst nach der Befragung der potentiellen jugendlichen LGBT-Schüler nach ihren Bedürfnissen könne man das pädagogische Projekt sinnvoll weiterplanen.

„Derzeit geht es noch gar nicht um eine Schule“, erklärt die Interessengruppe. „Wir stehen erst am Anfang der Überlegungen.“

Die Hauptaufgabe von LGBT Youth North West ist die Sensibilisierung der Schüler und Lehrer in der Region, und eine mögliche zukünftige LGBT-Schule wird diese Aufgabe der Aufklärung in den Schulen nicht ersetzen.

Kommentar: Es ist verwunderlich, warum die Medien hierzulande erst mit knapp drei Wochen Verspätung auf diese britische Meldung von Mitte Januar 2015 reagieren.

Eden Bar, Manchester

Die Eden Bar in Manchester © Mikey (CC BY 2.0).

Zufälligerweise wurde vorgestern (3. Februar 2015) die Insolvenz der Eden Bar in Manchester bekannt.

Die 2002 im Gay Village neben dem Rochdale Canal gelegene Bar mit Restaurant wurde sehr schnell zu einem schwullesbischen Wahrzeichen Manchesters. Ein früherer Betreiber hatte schon 2012 das Handtuch geworfen, und auch sein Nachfolger hielt nicht sehr lange durch. Der neue Eigentümer kündigte im Januar 2015 eine Erneuerung der Fassade an.

Möglicherweise wird die Eden Bar Ende Februar 2015 unter neuem Namen wieder öffnen. Derzeit ist nicht bekannt, ob sie sich wiederum vorrangig an ein schwullesbisches Publikum wenden wird und was mit den bisherigen 18 Angestellten passieren wird.

Wolfgang / MensGo
(Nach The Guardian vom 16. Januar und RTBF vom 4. Februar 2015)

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