Bombastic, eine neue Zeitschrift gegen Homophobie in Uganda

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Bombastic, eine neue Zeitschrift gegen Homophobie in Uganda

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 14. Februar 2015) Im Dezember 2014 hat Kasha Jacqueline Nabagesera die kostenlose Zeitschrift Bombastic gestartet, die sich sowohl an die LGBT-Communicty in Uganda als auch an die politische Klasse richtet und als Meinungsmittler dienen soll. Die Erscheinenshäufigkeit wird von den verfügbaren finanziellen Mitteln abhängen.

Titelseite von Bombastic

Titelseite der ersten Ausgabe von Bombastic. © Kuchu Times.

Bombastic konnte dank Crowdfunding und der Arbeit vieler Freiwilliger in Uganda und im Ausland ins Leben gerufen werden. Auf 75 Seiten stehen in der Erstausgabe Texte unter Pseudonymen oder unter wahren Namen. Die Bandbreite der Artikel reicht vom Gedicht bis zum Pamphlet, vom Essay bis zum Plädoyer, von der Lebensgeschichte bis zur Fiktion, und bietet darüberhinaus noch ein dreiseitiges Glossar und zahlreiche Illustrationen. Alle Beteiligten möchten „für die vielen Leute ohne Stimme sprechen“.

Die Gründerin des Vereins „Freedom and Roam Uganda (Farug)“, Kasha Jacqueline Nabagesera (34) ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Initiative. Vor einigen Jahren hat sie für ihren mutigen und unermüdlichen Kampf gegen Homophobie den Martin-Ennals-Preis für die Verteidigung der Menschenrechte erhalten. (Hier ein Blog-Artikel in französischer Sprache.)

Dieses Mal hat sie sich auf ihre Facebook-Seite und die interafrikanische LGBT-Webseite Kuchu Times gestützt, von der man die Erstausgabe des Magazins herunterladen kanne.

Neben der im Netz verfügbaren Ausgabe wurden 15.000 gedruckte Exemplare an die LGBTI-Community in Uganda und diverse Interessengruppen verteilt.

Kasha Jacqueline Nabagesera hat selbst zahlreiche Kopien an einflussreiche Politiker weitergegeben, vor allem im Parlament.

Ein informelles Netzwerk aus 138 Freiwilligen hat die Zeitschrift auch an die Medien und an Kirchen verteilt.

In Uganda sind sowohl Homosexualität als auch „Werbung für Homosexualität“ theoretisch gesetzeswidrig. Versuche und Gesetzesinitiativen mit dem Ziel einer härteren Bestrafung – bis zu Todesstrafe – sind bis jetzt stets gescheitert, aber es gibt immer wieder Versuche hierzu.

Auch Hass-, Outing- und Verleumdungskampagnen in den Medien hat es in den letzten Jahren immer wieder gegeben. Die Ausgrenzung und der Hass sind in Uganda so groß, dass viele bedrohte Schwule und Lesben ins Ausland flüchten oder sich ihr Leben lang verstecken.

Kasha Jacqueline Nabagesera arbeitet völlig offen und ungeschützt. Seit sie begonnen hat, ihr Magazin zu vertreiben, wird sie immer wieder bedroht – mit Gefängnis (zum Beispiel von Simon Lokodo, dem ugandischen Ethikminister), einem Prozess oder auch einem „unglücklichen Unfall“.

Kommentar: Ein Ethikminister in einem Land, in dem die meisten Politiker korrupt sind? Finde den Fehler...

„Gott ist die Liebe“ in Uganda, aber die meisten seiner Handlanger sind offen homophob – bis hin zur Gewalt. Finde auch hier den Fehler...

Wolfgang / MensGo
(Nach L’Express vom 13. Januar 2015)

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