Nepal: Empfehlung für Legalisierung der Homo-Ehe

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Nepal: Empfehlung für Legalisierung der Homo-Ehe

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 17. Februar 2015) Am 9. Februar 2015 hat eine Expertenkommission der nepalesischen Regierung einen Bericht übergeben, der die Legalisierung der Homo-Ehe empfiehlt. Mit dieser Maßnahme würde Nepal zum ersten asiatischen Land, das die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen zulassen würde.

Nepalesisches Monument

Schön bunt ist Nepal ja schon. © Ministère népalais du Tourisme.

Die Mitte-Links-Regierung hatte diese Expertenkommission 2010 auf die Beine gestellt, um die Machbarkeit der Legalisierung der Homo-Ehe zu untersuchen. Ihr Vorsitzender ist der frühere Staatssekretär des Gesundheitsministeriums, Laxmi Raj Pathak. Damals dachte die Regierung sogar daran, bei schwullesbischen Touristen aus dem Ausland Werbung für eine Hochzeit in Nepal zu machen, auch wenn eine solche Ehe keinen juristischen Bestand hätte.

Die von der Regierung ernannten Experten empfehlen Änderungen an der Verfassung und diversen Gesetzen, um so die vormals als „widernatürlich“ erachteten Akte straffrei zu stellen und die Diskriminierung sexueller Minderheiten durch eine stark homophobe Gesellschaft zu beenden.

In der nepalesischen Gesellschaft wird Homosexualität praktisch nicht geduldet und im günstigsten Fall durch Scheinehen übertüncht. Im schlechtesten Fall werden Schwule und Lesben zwangsverheiratet.

Die Kommission beschränkt sich bei ihren Vorschlägen jedoch nicht allein auf die Homo-Ehe. Ihrer Meinung nach sollten dieselben Rechte für Homo- wie für Heteropaare, also für alle Bürger gelten – und zwar auch was Elternschaft, Kinderschutz, Sozialleistungen, Steuer- und Erbrecht angeht.

Zuvor erhielten in Nepal schon trans- und intersexuelle Menschen mehr Rechte: Sie dürfen auf offiziellen Urkunden (Reisepasse, Ausweise usw.) ihr Geschlecht als „Anders“ (anstatt männlich bzw. weiblich) anzugeben, auch wenn es noch manchmal schwierig ist, solche Dokumente tatsächlich zu erhalten.

Sunil Babu Pant, der erste offen schwule nepalesische Abgeordnete und Gründer der schwullesbischen Organisation Blue Diamond Society hat den Bericht der Kommission begrüßt.

„Dies sind tolle Neuigkeiten. Dieser Bericht ist sehr gut und gründet sich auf Recht und Gleichheit.“
Sunil Babu Pant

“This is such fantastic news. The report is very good and is based on justice and equality.”
Sunil Babu Pant

Kommentar: Die Kommission hat einen Bericht mit 150 Seiten abgeliefert, was wohl auch die Dauer seiner Entstehung erklärt.

Derzeit weiß man noch nicht, wie die Regierung und die politischen Parteien diesen Bericht aufnehmen werden – und die Empfehlungen sind eben nur Empfehlungen.

Jedenfalls gibt ein solcher Bericht durchaus Anlass zur Hoffnung.

Wolfgang / MensGo
(Nach Hindustan Times und Washington Blade vom 10. Februar 2015)

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