Boy Scouts in den USA erlauben endlich schwule Betreuer

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Boy Scouts in den USA erlauben endlich schwule Betreuer

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 1. August 2015) Der Verwaltungsrat der Boy Scouts of America (BSA) hat am 27. Juli 2015 entschieden, das Verbot gegen offen schwule Betreuer und Mitarbeiter der Organisation zu beenden. Allerdings ist der Text selbst nicht besonders schwulenfreundlich.

[Aktualisierung vom 6. Februar 2017. Die Pfadfinderorganisation Boy Scouts of America erlaubt ab sofort die Einschreibung von „Wölflingen“ oder (Jung-)Pfadfindern abhängig von ihrer Gender-Identität, also nicht mehr aufgrund des auf der Geburtsurkunde genannten Geschlechts. Damit dürfen Transgender-Kinder ihr gefühltes und gelebtes Geschlecht zum Ausdruck bringen. Weitere Details am Ende dieses Artikels.]

Der Präsident der Vereinigung, Robert Gates, bestätigt hier, dass die homophobe Diskriminierung der BSA „nicht mehr tragbar“ war und deshalb die Regeln geändert wurden.

Dieser Entschluss erhielt 79 % der abgegebenen Stimmen und trat sofort auf dem gesamten amerikanischen Staatsgebiet in Kraft.

Die neuen Richtlinien verbieten außerdem jegliche Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung innerhalb der Organisation und bei Stellenangeboten.

Nach wie vor haben jedoch die Partnerorganisationen das Recht, Bewerber nach eigenem Gutdünken auszusuchen bzw. abzulehnen, und religiöse Vereinigungen dürfen weiterhin „religiöse Motive als Auswahlkriterien für erwachsene Betreuer verwenden, wozu auch Fragen der Sexualität gehören“.

BSA hat etwa 2,5 Mio. Scouts (Pfadfinder) von 7 bis 21 Jahren als Mitglieder, dazu noch etwa 960.000 ehrenamtliche Erwachsene. Die Partnerorganisationen stellen die meisten der ehrenamtlichen Helfer der 110.000 Scout-Gruppen. Etwa 70 % der angegliederten Organisationen sind religiöser Natur.

Kommentar: Natürlich haben die amerikanischen LGBT-Organisationen diese Entscheidung recht positiv aufgenommen, aber auch ohne übertriebene Begeisterung.
Es ist ein Schritt voran – aber er lässt eben auch Tür und Tor weit auf für Homophobie aufgrund religiöser (besonders mormonischer) Überzeugungen, gerade weil die meisten der ehrenamtlichen Helfer aus dieser Ecke kommen.

Aktualisierung vom 6. Februar 2017. Ab dem 30. Januar 2017, „werden wir Kinder und Jugendliche als Wölflinge oder Pfadfinder aufgrund ihres auf dem Anmeldeformular angegebenen Geschlechts aufnehmen“, kündigt BSA in einer Pressemitteilung an. Die zuständige Struktur vor Ort kümmert sich dann darum, die für das Kind am besten passende Gruppe zu finden.

Früher hielt sich die Pfadfinderorganisation an das Geschlecht in der Geburtsurkunde. Wenn ein Kind sich verhielt und aussah wie ein Junge, seine Geburtsurkunde es aber als weiblich oder ohne festes Geschlecht ausgab, so wurde die Aufnahme früher abgelehnt.

Im nachstehenden Video erklärt Michael Surbaugh, Leiter der BSA, warum die Organisation dem Diktat der Geburtsurkunde jetzt ein Ende bereitet hat.

 

In der Pressemitteilung teilt BSA mit, dass dieses Vorgehen so nicht länger haltbar war: „Wir haben verstanden, dass die Geburtsurkunde als einziger Bezugspunkt nicht mehr ausreicht“, wie Michael Surbaugh in obigem Video erklärt. Die einzelnen Staaten der USA interpretieren die Geschlechtsidentität unterschiedlich, so dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht überall gleich sind und deshalb möglichst flexibel reagiert werden soll.

Die Entscheidung folgt auf den Fall eines Transgender-Kindes von 8 Jahren, das im Dezember 2016 aus der Organisation ausgeschlossen worden war. Das Kind durfte zu den Boy Scouts of America, weil seine Geburtsurkunde es als Jungen auswies. Andererseits verhielt es sich wie ein Mädchen und sah auch so aus.

Unsere Meinung: Die Kehrtwende der BSA erfolgte natürlich nicht nur zum Wohle der Familien und Kinder (bla-bla), sondern weil es für die BSA im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung große Risiken gegeben hätte. Insofern ist es eher ein Zufall, dass diese Entwicklung jetzt parallel zu den Diskussionen zu geschlechtsneutralen WCs in den USA verläuft und natürlich von den LGBT-Organisationen begrüßt wird.
Hauptquelle: New York Times, 30. Januar 2017.

Wolfgang / MensGo
(Nach Tagespresse vom 27. Juli 2015)

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