Katholische Kirche setzt Priester nach seinem Coming-Out ab

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Katholische Kirche setzt Priester nach seinem Coming-Out ab

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 5. Oktober 2015) Der polnische Priester und Theologe Krysztof Charamsa (43) hat sich am 3. Oktober 2015, am Vorabend der Synode zur Familie, geoutet. Die katholische Hierarchie hat ihn umgehend von seinen Funktionen entbunden.

Hier die Erklärung von Krysztof Charamsa gegenüber den Medien, sofort nach seinem Outing:

Die Fakten

In einem am 3. Oktober 2015 von der italienischen Tageszeitung Corriere della sera veröffentlichten Interview (englische Übersetzung durch Simon Tanner) macht der polnische Priester Krysztof Charamsa seine Homosexualität öffentlich und erklärt, dass er einen Partner hat.

Als Mitglied der Versammlung für Glaubensdoktrin, Spezialist für das katholische Dogma und Abgesandter der polnischen Kirche in Rom, wo er auch Theologie lehrt, wurde Charamsa nach seinem Geständnis von der polnischen Kirche sofort abgemahnt und anschließend vom Vatikan abgesetzt.

Die katholische Kirche wirft ihm nicht in erster Linie seine Homosexualität vor, sondern im Grunde, dass er einen Freund hat und sich genau vor der großen Synode zur Familie geoutet hat, bei der eben auch die Frage der Haltung der Kirche zur Homosexualität und zum Umgang mit Schwulen im Klerus thematisiert wird.

Dies sieht die Kirche als einen Affront an. Außerdem widerspricht die Partnerschaft Charamsas dem Verbot der körperlichen Liebe und partnerschaftlichen Verbindung – deshalb also die sofortige und endgültige Bestrafung.

Gegen die Homophobie der katholischen Kirche

Krysztof Charamsa hat sich als „stolz auf seine schwule Identität“ bezeichnet und geäußert, dass die Auflage der Kirche an gläubige Schwule, ein abstinentes Liebesleben zu führen, unmenschlich sei. Die Kirche hat hier einen großen Rückstand aufzuholen, und „wir können nicht nochmals fünfzig Jahre warten“, wie er in seinem Namen und im Nahmen „aller sexuellen Minderheiten“ erklärt hat.

Nachdem Charamsa seine eigene Homosexualität vehement verleugnet hatte, lernte er sie erst mir Hilfe seines Freundes zu akzeptieren und verstand, dass sie ein integraler Bestandteil seiner Natur und Person ist.

Kommentar: Ein Lob auf Krysztof Charamsa, unseren „Mann des Jahres 2015“!

Eigentlich dürfte die Schnelligkeit, Härte und Brutalität der Strafe nur die allernaivsten Menschen überraschen. Die katholische Kirche will und wird Schwule nicht akzeptieren, und natürlich schon gar nicht in den eigenen Reihen.

Natürlich gibt es auch Katholiken, die sich nicht so homophob und borniert anstellen, aber die sind wohl noch in der Minderzahl.

Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis nach Partnerschaft, Familie, Sex, Vergnügen, Verlangen und all den Dingen, über die bei der Synode wohl nicht gesprochen wird. Oder vielleicht ja doch – dank Krysztof Charamsa?

Wolfgang / MensGo
(nach aktueller Tagespresse, darunter Témoignage chrétien vom 5. Oktober 2015)

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