Neues Medikament gegen Homophobie und andere Vorurteile

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Neues Medikament gegen Homophobie und andere Vorurteile

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 16. Dezember 2015) In französischen Apotheken erhältlich: Préjugix 200 mg, das neue Medikament gegen virulente Homophobie und acht weitere „pathologische“ diskriminierende Vorurteile. Eine klasse Idee.

Préjugix-Poster

Welche von diesen beiden ist wohl die (Haus-)Frau? 😀 © OS.

Alle Apotheken im schönen Villeneuve-sur-Lot (im französischen Südwesten) vertreiben seit 12. Dezember 2015 um die 5000 Packungen des neuen „Medikaments“ Préjugix 200 mg, frei übersetzt als „Antidiskrimin 200 mg“. Die erste Packung ist kostenlos, jede weitere kostet 1 EUR.

Neben dem Medikament selbst enthält die Packung neun Beipackzettel, einen für jeden der neun behandelten krankhaften Zustände, nämlich Diskriminierung, Phobie bzw. Vorurteile gegen alte Menschen, Frauen als Opfer häuslicher Gewalt, Körperbehinderte, junge Menschen, Menschen mit Depressionen usw., bis hin zu Homosexuellen.

Vorne auf dem Zettel jeweils eine Beschreibung des „Krankheitszustands“, und hinten die Möglichkeiten, ihn zu heilen oder sich vor ihm zu schützen sowie die Adresse einer entsprechenden Partnerorganisation. Die teilnehmende Interessengruppe gegen Homophobie ist „Le Refuge“ (etwa: Die Zuflucht), eine französische Organisation, die jungen Opfern von Homophobie, Lesbophobie und Transphobie hilft.

notice Préjugix

Mit garantiertem Placebo-Effekt! :mrgreen: © OS.

Natürlich ist Préjugix 200 mg trotz seiner sehr professionellen Aufmachung eine Art Scherzartikel, eine Eulenspiegelei. In jedem Fall steckt eine geniale Idee mit künstlerischen Zügen dahinter, und es ist eine tolle Art der Kommunikation und der Begegnung von Vorurteilen wie Homophobie und anderen.

Die Idee stammt vom Künstler Patrick Delpech, auch unter dem Pseudonym „Pyropat“ bekannt, und seiner Organisation Open Space (OS). Die Idee wurde über Crowdfunding finanziert: Über die Plattform KissKissBankBank haben 32 Internetnutzer insgesamt 1570 EUR investiert, mehr als ursprünglich vorgesehen.

Die Initiative wurde außerdem von örtlichen Gruppen wie Le Refuge, dem Bürgermeisteramt von Villeneuve-sur-Lot, um die 15 Apotheken und auch einigen Hausärzten unterstützt.

Kommentar: Zu spät, sich jetzt noch eine Packung zu besorgen: Préjugix 200 mg ist bereits ausverkauft.

Der Initiator OS hat den Namen Préjugix übrigens schützen lassen, so dass ihn niemand anderes „stehlen“ und verwenden kann.

Welche Übersetzung könnten Pyropat und OS verwenden, falls sie (oder ein Partner) das Produkt auf anderssprachige Märkte bringen möchten? Für Englisch liegt als Übersetzung Prejudix recht nahe. Auf Deutsch passt das wohl nicht so. Wie wäre es mit Anti-Diskrimin, Phobex, Hassweg oder Toleranzan? ☺

Wolfgang / MensGo
(Nach französischer Tagespresse, darunter Handicap.fr vom 14. Dezember 2015)

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