Sehr schwulenfreundliche Werbung in den USA

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Sehr schwulenfreundliche Werbung in den USA

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 19. Dezember 2015) Schwulenfreundliche Werbung ist im Trend in den USA. LGBT-Aktivisten sehen darin nur eine kleine Welle, wohingegen homophobe Reaktionäre darin schon einen Sturm sehen, der ins Verderben führt.

Firmen wie Ikea haben schon vor einigen Jahren Schwule, Lesben und alternative Familien entdeckt, aber diese Initiativen traten häufig recht isoliert auf. In den USA scheint schwulenfreundliche Werbung jedoch seit dem Urteil des obersten Gerichtshofs vom 26. Juni 2015 echt im Trend zu liegen.

Werbung nimmt nur selten eine Vorreiterrolle ein. Viel häufiger spiegelt sie die Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder und begleitet soziale Entwicklungen. Das verstärkte Auftreten von schwulenfreundlicher Werbung in den USA zeigt, dass LGBT-Themen sichtbarer und besser akzeptiert werden.

Der Eindruck dieser schwulenfreundlichen Werbekampagnen ist umso stärker, weil sie auf dieselben „Knöpfe“ drücken wie klassische Kampagnen auch: In psychologischer Hinsicht Geschichten, Gefühle, Emotionen, und in sozialer Hinsicht auf Familie, Eltern und Glück.

In einigen Fällen kommen die Werbeleute auf geschickte Slogans, die auch zu jedem CSD passen würden, zum Beispiel die Tylenol-Werbung: Anstatt die Vorteile von Tylenol (Paracetamol) anzupreisen, zeigt der Spot ein gemischt-rassiges schwules Paar mit seinem Kind. Einer der beiden Partner erklärt, dass „Familie sich nicht dadurch definiert, wen man liebt, sondern wie“. Das tut mindestens so gut wie eine Tablette Paracetamol. ☺

Für die, die das nicht verstehen, hat Tylenol einen sehr klaren Hashtag: #HowWeFamily.

Die Nobelmarke Nordstrom setzt auf ein Paar junger, hübscher Schwuler. Einer der beiden kommt nach Hause und wird zuerst vom jungen, hübschen Vierbeiner begrüßt, und danach vom jungen, hübschen zweibeinigen Lover. Man umarmt sich, und alles ist schön.

Das schöne Lied „Go Solo“ zum schönen TV-Werbespot wird von Tom Rosenthal gesungen, und der Videoclip dazu kann hier angeschaut werden.

Campbell bringt den Zeitgeist in seine Werbung. Nicht nur, weil Schwule darin auftreten, sondern weil die Star-Wars-Mania aufgegriffen wird:

Zwei Papas füttern ihrem Sprössling Nudelsuppe von Campbell und machen dabei einen auf Darth Vader.

Ein sehr bewegender und gut produzierter Spot kommt von der großen Bank Wells Fargo: Eine Frau lernt die Zeichensprache, dann noch eine andere Frau. Am Ende verständigen sich die beiden Frauen mit einem kleinen taubstummen Mädchen, dessen Mine sich aufheitert, als die beiden Erwachsenen ihm erklären, dass sie jetzt seine neuen Mütter sind.

Das Leben ist schön... wie sagt man das nochmal in der Zeichensprache?

Wolfgang / MensGo
(via The Washington Post vom 14. Dezember 2015)

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