Samra Habib spricht über die Koexistenz schwuler und muslimischer Identitäten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Samra Habib spricht über die Koexistenz schwuler und muslimischer Identitäten

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 7. Februar 2016) Die Fotografin Samra Habib zeigt, dass – und wie – der Islam und Nicht-Heterosexualität miteinander konform sein können. Seit Mai 2014 arbeitet sie an einem fotografischen Projekt mit dem Namen Just Me and Allah.

Passen Homo- und Bisexualität sowie trans- oder intersexuelle Identitäten zum Christentum und zum Islam? Daran kann man sicher zweifeln, auch in Anbetracht der aktuellen Ereignisse im Senegal (Gesetzesinitiative gegen Homosexualität) und in Italien (Märsche gegen die Legalisierung gleichgeschlechtlicher eingetragener Partnerschaften).

Samra Habib stellt sich mit ihrer Arbeit dieser Fragestellung. Als Muslima und Lesbe hat die englischsprachige Fotografin selbst auch zwei häufig als gegensätzlich empfundene Identitäten.

Die Canadian Lesbian and Gay Archives (CLGA) haben die Arbeiten von Samra Habib bereits mehrfach ausgestellt, z. B. 2014 mit der Fotoausstellung Queer and Muslim: Finding Peace Within Islam. Ein Teil ihrer Arbeit ist mittlerweile Teil der ständigen Ausstellung von CLGA.

Hier werden Samira und Rahim von Samra Habib interviewt:

Samira erklärt, dass der Islam eben „keine monolithische Religion ist, sondern in verschiedenen Kulturen und Sprachräumen präsent ist“. Entsprechend werden auch Homosexuelle (Schwule bzw. Lesben) sehr unterschiedlich akzeptiert.

Die Fotoserien von Just Me and Allah werden in manchen Fällen durch Videoaufnahmen und Interviews (wie oben) ergänzt. Die Fotos und Videos der Personen sind nicht stilisiert sondern wirken durch ihre Authentizität.

Die Texte zeigen Lebensabschnitte oder Perspektiven der einzelnen Personen. In muslimischen Ländern werden Schwule und Lesben (oder alle, die von der Heteronorm abweichen) stigmatisiert. In westlichen Ländern wie Kanada, wo Homosexualität nicht mehr tabuisiert wird, erscheint die muslimische Identität viel störender als die von der heterosexuellen Norm abweichende Identität.

Viele der von Samra Habib gesammelten Geschichten haben Gemeinsamkeiten, wie das Coming-Out, die Ablehnung, Isolation und auch die Community, die viele aufgefangen hat.

Andere Gemeinsamkeiten ergeben sich aus den Wohnorten der befragten Personen, wie z. B. Toronto, Berlin oder New York, wo die Fotografin selbst lebt.

Interessanterweise wurden viele Fotos vor Türen oder in Korridoren aufgenommen, also Orten, die einen Übergang symbolisieren – vom Unverständnis oder der Ablehnung zur Akzeptanz, durch sich selbst oder durch andere.

Wolfgang / MensGo
(Nach Les Inrocks vom 29. Januar 2016)

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg