Suchtprobleme auch in der LGBT-Community

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Suchtprobleme auch in der LGBT-Community

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 25. Februar 2016) Stress, Unwohlsein, Selbstzweifel sowie die sozialen Folgen eines Coming-Outs führen bei LGBT-Personen häufig zu Angstzuständen, Depression und Suizidgedanken. Die Konsequenzen für die geistige Gesundheit sind ja hinlänglich bekannt. Dazu kommt noch eine gewisse Häufigkeit an Suchtproblemen: Alkohol, Drogen, Medikamente und andere schädliche Stoffe.

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Alkohol, Drogen und Medikamente. Eine bittere Pille für viele LGBT-Menschen. © Photoxpress.com/Alex.

Die Textvorlage dieses Artikels beleuchtet die Bedeutung von Abhängigkeit und Sucht in der LGBT-Community und stellt fest, dass die Heil- und Pflegestrukturen kaum an dieses Phänomen angepasst sind – jedenfalls in den Vereinigten Staaten, wobei wir von einer ähnlichen Situation in vielen anderen Ländern ausgehen können.

Das (unklare) Ausmaß des Problems

Leider sind quantitative und qualitative Studien zu Suchtproblemen in der LGBT-Community selten, veraltet oder nicht sehr zuverlässig.

Durch diverse Studien in den USA gilt jedoch als gesichert, dass in der LGBT-Community der Prozentsatz der Abhängigen höher liegt als bei Heterosexuellen.

Eine Studie von 2008 zeigte z. B., dass im Vergleich zu heterosexuellen Männern schwule Männer zehnmal häufiger Heroin und zwölfmal häufiger Amphetamine konsumieren.

Schwule häufiger süchtig

Die Kaiser Family Foundation hat Studiendaten gesammelt und festgestellt, dass 22 % der erwachsenen Amerikaner zugeben, mindestens fünf Gläser alkoholhaltige Getränke am Tag zu konsumieren. Bei Schwulen liegt dieser Prozentsatz bei 40 % und bei Lesben 33 %.

Die Wurzeln des Übels…

Die Ursachen dieses hohen Suchtniveaus sind bekannt. Im Grunde handelt es sich um dieselben Ursachen für die hohe Selbstmordrate in der LGBT-Community, insbesondere bei Jugendlichen: Niedergeschlagenheit, Depression, Schuldgefühle, der Wunsch zur Zugehörigkeit, Realitätsflucht, aber vor allem auch soziale und familiäre Ausgrenzung. All das führt häufig in die Abhängigkeit, die letztlich ein Selbstmord auf Raten ist.

Deshalb sind natürlich für die Behandlung besonders geschulte Therapeuten und Experten gefordert, die diese spezielle Zielgruppe und ihre Bedürfnisse kennen und gezielt darauf eingehen können.

… und Auswege daraus

Im Grunde haben LGBT-Patienten ein doppeltes Coming-Out zu schultern: Die Sucht und die Homosexualität – und geschulte Therapeuten müssen ihre Patienten bei der Überwindung beider Schwellen begleiten.

Allerdings sind Pflegezentren mit speziellen Therapien und besonders geschulten Therapeuten selten. Die Ergebnisse einer 2007 in den USA durchgeführten Studie zeigen, dass nur 62 von insgesamt 854 Pflegeeinrichtungen (also 7,3 %) auf LGBT-Patienten besonders eingerichtet sind. Die meisten davon befinden sich in Kalifornien und New York.

Es bleibt also noch ein weiter Weg bis hin zum Leben ohne Sucht und Abhängigkeit.

Wolfgang / MensGo
(Nach QuitAlcohol.com vom 3. August 2015)

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