Nur zehn offen schwule Imame weltweit

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Nur zehn offen schwule Imame weltweit

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 4. Mai 2016) Die heiligen Schriften des Islam verdammen Homosexualität nicht, und der Prophet war sogar schwulenfreundlich. Dies sind nur einige der Offenbarungen – um ein Wort aus dem religiösem Umfeld zu verwenden – des schwulen Imams Ludovic-Mohamed Zahed.

In einem auf Spiegel Online erschienenen Interview erklärt Ludovic-Mohamed Zahed, warum der muslimische Glaube und der Islam weder mit Homosexualität im allgemeinen, noch mit seiner im besonderen unvereinbar sind, bzw. es nicht sein sollten.

Koran und Rosenkranz

War Mohammed schwulenfreundlicher als seine Anhänger? © abd ulmeilk majed.

Der französisch-algerische Imam weist darauf hin, dass im Koran nirgends geschrieben steht, „dass Homosexualität verwerflich sei“. Außerdem sei der Islam historisch gesehen eine schwulenfreundliche Religion.

„Der Islam war jahrhundertelang tolerant gegenüber homo- und transsexuellen Menschen. Der Prophet selbst, Friede sei mit ihm, hat sich für sie eingesetzt und sie beschützt. Er nahm „Mukhannathun“, so hießen damals weibliche Männer, sogar in sein Haus auf. Im Koran steht zwar auch die Geschichte von Sodom und Gomorrha, aber da geht es um Vergewaltigung, nicht um Homosexualität.“

Erst später haben die Menschen den Islam und die Vorschriften des Propheten auf ihre Art und mit ihren Methoden interpretiert, von denen eine der Zwang zur Scharia (religiöses Gesetz) und die Verfolgung jeglicher Abweichung davon war.

Was soll man darüber denken? Imam Zahed erklärt dazu: „Das sind Faschisten, die religiöse, ethnische und sexuelle Minderheiten verfolgen. […] Das hat mit dem Islam nichts zu tun.“ Denn „der Islam [ist] eigentlich eine friedliche und tolerante Religion“.

Inzwischen gibt es laut Zahed etwa zehn offen schwule Imame weltweit, von denen er einer ist. Das ist nicht viel, aber „wir müssen ja irgendwo anfangen“. 2012 gründete er in Paris eine Moschee, die offen für homo- und heterosexuelle Menschen ist.

Auch wenn Zahed viele ermutigende Kommentare erhält, so weiß er doch auch, dass seine humanistische Einstellung ein reelles Risiko für ihn darstellt.

Wolfgang / MensGo
(Nach einem Interview auf Spiegel Online, veröffentlicht am 3. Mai 2016)

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