Die Seychellen stellen Analverkehr straffrei

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Die Seychellen stellen Analverkehr straffrei

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 22. Mai 2016) Die Nationalversammlung der Seychellen hat am 19. Mai 2016 beschlossen, die in „Artikel 151, Absatz a und c des Strafgesetzbuchs erwähnten widernatürlichen Akte straffrei zu stellen“. Damit sind Analverkehr und Aufforderung zum Analverkehr gemeint.

Der Beschluss erfolgte mit 14 Ja-Stimmen und 14 Enthaltungen. Vier Abgeordnete haben an der Beschlussfassung nicht teilgenommen.

Jetzt muss diese Gesetzesinitiative noch vom Staatschef unterzeichnet, vom Parlament ratifiziert sowie im Regierungsanzeiger veröffentlicht werden.

Die Initiative geht auf einen Vorschlag von James Michel, dem Präsidenten der Seychellen, vom 16. Februar 2016 sowie auf eine Aktion des UN-Menschenrechtsrats (Universelle Periodische Überprüfung) zurück, die die Straffreiheit homosexueller Beziehungen zum Ziel hat. Im Grunde werden die Gesetze zur Bestrafung Homosexueller auf den Seychellen schon lange nicht mehr angewendet. Voriges Jahr haben die 93.000 Einwohner des Archipels die gleichgeschlechtliche Eheschließung eines Briten und eines Seychellois beklatscht.

Hier die angeführte Rede des Präsidenten Michel vom 16. Februar 2016 (auf französisch, kreolisch und englisch):

Der Artikel 151 stammt noch aus der Kolonialzeit und sieht eine Bestrafung von bis zu 14 Jahren Gefängnis für homosexuelle Handlungen vor.

Die Volkspartei (Peolple’s Party) verfügt über 31 Abgeordnete – damit haben nur weniger als die Hälfte unter Ihnen die Initiative des Staatschefs unterstützt.

Francesca Monnaie, die neue Oppositionführerin im Parlament, hat sich ebenfalls für die Abschaffung des veralteten Artikels ausgesprochen. Hier die offizielle Position ihrer Partei (Popular Democratic Movement):

« Notre Constitution énonce clairement que tous les individus sont égaux et c’est ce que prône notre parti. Je ne vois donc pas pourquoi nous devrions discriminer un groupe spécifique de personnes en fonction de leur orientation sexuelle […]. Les gens devraient savoir que cela n’a rien à voir avec la morale, la religion ou la culture. »
(„Unsere Verfassung sagt klar aus, dass alle Individuen gleich sind, was unsere Partei unterstützt. Deshalb sehe ich nicht, warum wir eine bestimmte Personengruppe aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren sollten [...]. Die Leute sollten wissen, dass dies nichts mit Moral, Religion oder Kultur zu tun hat.“)

Die große Mehrheit (etwa 76 %) der Bürger der Seychellen sind Katholiken. Die religiösen Amtsträger des Archipels hatten sich im Vorfeld gegen die Abschaffung dieses Artikels ausgesprochen.

Fabianna Bonne, Gründerin der einzigen LGBT-Organisation der Seychellen, ist sehr zufrieden und erklärt das Hauptziel ihres Vereins:

« L’égalité complète dans tous les aspects de la citoyenneté, car après tout, nous payons nos impôts comme tout le monde et nous participons activement au développement de notre pays. »
(„Vollständige Gleichheit in allen Aspekten des Bürgertums, denn letztendlich zahlen wir unsere Steuern wie jeder sonst, und wir beteiligen uns aktiv an der Entwicklung unseres Landes.“)

Kommentar: Präsident James Michel hat erklärt, dass dieser Schritt durch internationalen Druck entstand. Es war geschickt, eine Gesetzesinitiative zu starten, denn eine Volksabstimmung hätte einen unbestimmten Ausgang gehabt. Die Seychellen sind ja ein bekanntes Touristenziel – mal sehen, ob Schwule bald ebenso gerne gesehen werden wir Heteros.

Wolfgang / MensGo
(Nach Seychelles News Agency vom 19. Mai 2016)

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