Schweiz vereinfacht Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare etwas

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Schweiz vereinfacht Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare etwas

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 1. Juni 2016) Die große Kammer der Schweizerischen Bundesversammlung (Parlament) hat sich am 30. Mai 2016 für ein Gesetz ausgesprochen, das es einem Partner erlauben soll, die Kinder des gleichgeschlechtlichen Partners zu adoptieren.

Der bereits vom Ständerat (kleine Kammer) genehmigte Text wurde jetzt auch vom Nationalrat (große Kammer) mit 115 zu 65 Stimmen angenommen. Abschließend muss das Gesetz jetzt noch von der Regierung, dem Bundesrat, in Kraft gesetzt werden.

Saal des Schweizer Nationalrats.

Saal des Schweizer Nationalrats. © Services du Parlement 3003 Berne.

Das neue Gesetz sieht vor, dass ein gleichgeschlechtlicher Partner auf Antrag die Kinder des anderen Partners adoptieren kann, sofern der biologische Elternteil nicht widerspricht. Bei dieser „einfachen“ Adoption bleibt der biologische Elternteil verwaltungstechnisch für die eigentliche Abstammung erhalten.

Hiermit wird ein Gesetz von 2012 erweitert, so dass die Adoption nun auch Menschen erlaubt wird, die mit ihrem Partner nicht in einer eingetragenen Partnerschaft leben.

Der Adoptivelternteil muss mindestens 28 Jahre alt sein und mit dem Partner bereits seit mindestens drei Jahren zusammenleben.

Außerdem muss der Altersunterschied zwischen dem Adoptivelternteil und dem Adoptivkind (abgesehen von einzelnen Sonderfällen) mindestens 16 und darf höchstens 45 Jahre betragen. Auch Geschwister dürfen in bestimmten Fällen zusammen adoptiert werden.

Die grüne Nationalrätin Lisa Mazzone erklärt, dass „mehr als 25.000 unverheiratete Paare Kinder erziehen“, und dass das neue Gesetz das Wohl und die Rechtssicherheit der von gleichgeschlechtlichen Eltern erzogenen Kinder verbessere.

Die rechten Parteien hatten wie schon 2012 versucht, die Gesetzesinitiative zu verhindern oder zu blockieren.

Derzeit ist nicht bekannt, wann das Gesetz in Kraft treten wird. Auch wenn es endgültig abgezeichnet ist, kann es durch Volksabstimmung angefochten werden.

Kommentar: Nach wie vor bleiben verpartnerte Schwulen und Lesben in der Schweiz Bürger zweiter Klasse, denn sie können weder heiraten noch genießen sie volles Adoptionsrecht für nicht verwandte Kinder.

Wolfgang / MensGo

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