CSD (Gay Pride) in Paris – festlich aber auch gut bewacht

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CSD (Gay Pride) in Paris – festlich aber auch gut bewacht

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 4. Juli 2016) Am 2. Juli 2016 fand der CSD bzw. nach dem offiziellen Titel „Marche des fiertés LGBT“ („LGBT-Marsch des Stolzes“) in Paris statt. Wie immer festlich, in Party-Laune und mit deutlichen Forderungen – aber auch unter großer Überwachung.

Seit den Attentaten des 13. November 2015 und mindestens bis zum 26. Juli 2016 gilt in Frankreich der Ausnahmezustand. Die CSD-Parade vom 2. Juli fand nur wenige Tage nach zwei großen Streiks und regierungskritischen Demonstrationen (23. und 28 Juni) statt. Nur drei Wochen vor dem CSD in Paris waren im Pulse-Club in Orlando 49 Personen getötet worden.

CSD-Parade in Paris

Paris erinnert an Orlando. © (CC BY-ND 2.0).

Aufgrund dieser besonderen Umstände haben die Sicherheitsbehörden die Paradestrecke dieses Jahr auf nur 2,5 km halbiert. Alle Teilnehmer mussten ihre Taschen öffnen, um so Sicherheitsrisiken zu verringern, und genaue Teilnehmerzahlen sind deshalb auch nicht verlautbart worden.

Trotz den etwa 1000 Polizisten und Gendarmen waren die Teilnehmer gekommen, um klar zu zeigen, dass Homophobie heute nicht mehr durchgehen kann. Viele Menschen zum Andenken der 49 Toten von Orlando ein schwarzes Armband.

Hier eine Video-Reportage im Originalton:

 

Am Platz der Bastille riefen die Menschen das Leitmotiv der Parade von der Tribüne:

We stand with Orlando!

Die wichtigsten Forderungen des Pariser CSDs galten dieses Jahr den Transsexuellen, die in Frankreich (und anderenorts) immer noch vom Gesetzgeber und den Behörden sehr stark diskriminiert werden. Die aktuell wichtigste Forderung ist die Ersetzung des Ausdrucks „sexuelle Identität“ durch „Gender-Identität“.

Jean-Luc Mélanchon auf dem CSD Paris 2016

Jean-Luc Mélanchon (Mitte). Der Vorsitzende der französischen Linkspartei ist einer der wenigen schwulenfreundlichen Politiker in Frankreich. © Pascal Vandon (CC BY-ND 2.0).

Eine weitere soziale Forderung der Parade war der universelle Zugang zur künstlichen Befruchtung für lesbische Paare und Single-Frauen. Als bisher einziges Zugeständnis für die LGBT-Community hat der sozialistische Präsident Hollande die Straffreiheit für Gynäkologen verfügt, die ihren Patientinnen einschlägige Adressen im Ausland geben.

Bisher sprechen sich fast keine Politiker für ein Recht auf künstliche Befruchtung aus. Trotzdem waren einige Politiker(innen) auf der Parade präsent, wie z. B. die Bürgermeisterin von Paris (Anne Hidalgo), die Ministerin für Kultur (Audrey Azoulay) sowie einer der sozialistischen Bewerber für die Präsidentschaftwahlen von 2017 (Jean-Luc Mélenchon).

Tour Eiffel arc-en-ciel

Der Eiffelturm in den Regenbogenfarben – Bild vom 13. Juni 2016, gleich nach dem Attentat von Orlando. © Soukeina Felicianne (CC BY-ND 2.0).

Eine streng bewachte und überwachte CSD-Parade, aber doch wie immer mit Regenbogenflaggen, Techno-Musik und vielen Teilnehmern.

Wolfgang / MensGo

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