Südafrika: Schwulenfreundlich und -feindlich zugleich

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Südafrika: Schwulenfreundlich und -feindlich zugleich

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 14. September 2016) Die Mehrheit der Bevölkerung Südafrikas findet, dass Schwule und Lesben dieselben Grundrechte besitzen und an der südafrikanischen Kultur und Tradition teilhaben sollten wie jeder andere auch. Andererseits findet die Mehrheit der südafrikanischen Bevölkerung aber, dass sexuelle Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen moralisch verwerflich sind. Diese widersprüchlichen Schlussfolgerungen stammen von einer Studie, die am 9. September 2016 von The Other Foundation, einer südafrikanischen Organisation, die für gleiche Grundrechte kämpft, veröffentlicht wurde und etwa 3000 Menschen befragt hatte.

Die Zahlen von The Other Foundation bestätigen einige bekannte Tatsachen, zeigen aber auch erstaunliche neue Fakten.

Umfrage:

Südafrikas Januskopf? © theotherfoundation.org

Toleranz einerseits…

Fast 80 % aller Teilnehmer erklären, dass sie niemals jemanden, der nicht der üblichen Geschlechternorm entspricht, körperlich oder verbal diskriminieren würden, und 55 % würden ein schwules oder lesbisches Familienmitglied akzeptieren.

Zur Erinnerung: Südafrika ist das einzige Land in Afrika, in dem die Homo-Ehe legalisiert wurde. Gegenüber 2012 erklären sich sechsmal so viele Südafrikaner als „vollkommen einverstanden“ mit der Homo-Ehe (heute 9 %). Der Anteil derer, die nicht damit einverstanden sind, ist von 48,5 % (2012) auf 23,4 % (2016) gefallen.

Die südafrikanische Verfassung verbietet Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Heute sind doppelt so viele Menschen für diesen Schutz durch die Verfassung als dagegen.

Eine der Überraschungen dieser Umfrage ist der Umstand, dass „etwas Gläubige“ Lesben und Schwule stärker tolerieren als „wenig Gläubige“.

… aber alles relativ

Immerhin 72 % der Befragten finden, dass Homosexualität „unmoralisch“ sei.

Nur eine schwache Mehrheit (50,6 %) der Bevölkerung finden, dass Schwule und Lesben dieselben Rechte haben sollten wie alle anderen Südafrikaner. Der Anteil der Menschen, die diese Aussage mit „vollkommen einverstanden“ beantwortet haben, beträgt sogar nur 14 %.

Für die Homo-Ehe sind sogar nur 36,6 %, und 46 % sind dagegen.

In den 12 Monaten vor der Umfrage wurden „Frauen, die sich in der Öffentlichkeit wie Männer kleiden“, von 450.000 Südafrikanern (fast 1 %) und Männer, „die sich wie Frauen kleiden“, von ca. 240.000 Südafrikanern körperlich angegriffen.

Lügen oder Schizophrenie?

Der Titel der Studie (progressive prudes) bezieht sich auf die große Diskrepanz zwischen den Fakten und der persönlichen Sichtweise der Teilnehmer: Obwohl sich Südafrikaner insgesamt als schwulenfreundlich betrachten, gibt es wohl eine aktive Minderheit, die sich nicht davor scheut, auf Schwule und Lesben einzudreschen.

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: BDLive, 12. September 2016

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