Erste schwule eingetragene Partnerschaft in Rom

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Erste schwule eingetragene Partnerschaft in Rom

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 21. September 2016) Drei Monate nach Inkrafttreten der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft hat die neue Bürgermeisterin von Rom am 17. September 2016 das erste „gleichgeschlechtliche zivile Bündnis“ in der italienischen Hauptstadt geschlossen. Auch ohne die Unterstützung ihrer Partei (M5S) hat Virginia Raggi dort Luca de Sario (30) und Francisco Raffaele Villarusso (43) praktisch getraut.

Ursprünglich wollten die beiden Männer in Spanien heiraten. Als die eingetragene Partnerschaft in Italien aber beschlossen wurde, haben sie sich dazu entschlossen, sich stattdessen lieber in Italien zu verpartnern, weil im Ausland geschlossene Homo-Ehen dort immer noch nicht anerkannt werden.

Die eingetragene Partnerschaft in Italien hat viele Vorteile, die durchaus mit denen einer „vollwertigen“ Ehe vergleichbar sind: Juristisch (Annahme des Partnernamens bzw. Doppelname, Besuchsrecht im Krankenhaus), diplomatisch (Aufenthaltsrecht für den ausländischen Partner) und steuerlich (Witwenrente im Todesfall).

Andererseits gibt es in der Regel kein Recht auf Adoption der Kinder des Partners.

Hier eine kurze Reportage von Euronews (auf Englisch) zu den ersten gleichgeschlechtlichen eingetragenen Partnerschaften in Rom:

Im Detail unterscheidet sich das Recht auf die (gemeinsame) Namenswahl bei eingetragenen Partners von dem bei Ehepaaren: Eingetragene Partner können entweder den jeweiligen Namen behalten, oder aber beide müssen einen gemeinsamen Doppelnamen tragen. Ehepaare haben hier mehr Wahlrecht.
Außerdem bedeutet die Namensänderung sehr viel mehr als nur eine Anpassung der Personenstandsdaten und entsprechenden Papiere. Vielmehr müssen alle diese Papiere und Dokumente komplett neu erstellt werden. Auch Sozialversicherungs- und Steuernummern müssen neu beantragt werden.
Das geht sogar so weit, dass Miet- und Darlehensverträge und alle Unterlagen beim Arbeitgeber neu beantragt und abgeschlossen werden müssen, nur weil der Name des Vertragspartners sich geändert hat.

Hier nochmals die Euronews-Reportage über die italienische eingetragene Partnerschaft auf Deutsch.

Diese diskriminierende Behandlung folgt übrigens nicht direkt aus Gesetz selbst, sondern vielmehr aus den zugehörigen Ausführungsbestimmungen.

Natürlich fordern die italienischen LGBT-Verbände, dass diese Bestimmungen umgehend geändert werden. Das ist auch deshalb sehr wichtig, weil mit der neuen Gesetzeslage jetzt auch im Ausland geschlossene Homo-Ehen in Italien anerkannt werden sollen.

Vor fast zwei Jahren hat der damalige Bürgermeister von Rom sehr medienwirksam eine große Trauungszeremonie mit 16 schwulen und lesbischen Paaren vor dem römischen Rathaus abgehalten, die jedoch keinerlei rechtliche Bedeutung hatte (siehe unseren Artikel).

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: Euronews, 17. September 2016.

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