Guernsey macht einen großen Schritt auf die Homo-Ehe zu

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Guernsey macht einen großen Schritt auf die Homo-Ehe zu

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 27. September 2016) Am 21. September 2016 haben die Abgeordneten der britischen Kanalinsel Guernsey mit 33 zu 5 Stimmen eine Gesetzesvorlage zur Einführung der Homo-Ehe beschlossen. Das zukünftige Gesetz muss jetzt noch durch den Staatsrat angenommen werden und sollte dann Mitte 2017 in Kraft treten. Auch auf der Schwesterinsel Jersey wird 2017 die Homo-Ehe eingeführt.

Das Gesetz von 2016 zur Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Personen in Guernsey gewährt den Ehepartnern die gleichen Rechte wie heterosexuellen Eheleuten, und auch die Scheidung ist analog geregelt.

Allerdings gibt es doch Unterschiede zwischen der hetero- und der homosexuellen Ehe, und das Gesetz macht keinerlei Aussage zum Adoptionsrecht durch gleichgeschlechtliche Ehepartner. Im Prinzip handelt es sich natürlich um eine standesamtliche Eheschließung, wobei aber auch Kirchen die Trauungszeremonie erlaubt ist. Die anglikanische Staatskirche sowie andere Kirchen und Konfessionen müssen gleichgeschlechtliche Trauungen nicht durchführen, sofern nicht einzelne Priester dies tun wollen (opt-in nach Artikel 9.1).

Nach Ratifizierung des Gesetzes werden auch im Ausland geschlossene Homo-Ehen anerkannt. Zuvor nach dem Recht von Guernsey oder Jersey geschlossene eingetragene Partnerschaften behalten ihre Gültigkeit und werden nicht automatisch in Ehen umgewandelt.

Mindestens 7 von 10 Einwohnern sind für die Homo-Ehe

Die Abstimmung vom 21. September 2016 folgte einem Entschluss des Parlaments vom 10. Dezember 2015 zur Einführung der Homo-Ehe, die die hohe Zustimmung der Bevölkerung reflektierte: Nach einer Umfrage vom Juni 2015 war 71,5 % der Bevölkerung dafür. Das örtliche LGBT-Bündnis Liberate teilt mit, dass die parlamentarische Anhörung von 2015 den Anteil der Befürworter auf 80 bis 90 % geschätzt hatte.

Guernsey ist eine der letzten britischen Inseln, die die Homo-Ehe eingeführt haben. England, Wales und Schottland waren 2014 die ersten, Irland folgte im November 2015 und die Insel Man im Juli 2016. Lediglich Nordirland wehrt sich noch dagegen, aber der schwulenfreundliche Druck wird auch dort immer stärker (siehe unseren Artikel).

Übrigens wurde in Guernsey dieses Jahr zum ersten Mal der CSD (CI Pride = Channel Islands Pride) gefeiert. Auf dem sympathischen und lustigen Logo dieser Veranstaltung sind die beiden Tiere abgebildet, mit denen die Bewohnern von Jersey (toads = Kröten) bzw. Guernsey (donkeys = Esel) von der jeweils anderen Insel scherzhaft bis gemein verglichen wurden.

Hier der offizielle Video-Clip der CI Pride (leider ohne Ton, dafür aber mit englischen Untertiteln).

 

Aktualisierung vom 5. Januar 2017 (nachstehend).

Erste Homo-Ehen in Guernsey schon im Sommer 2017?

Die Gesetzesvorlage zur Homo-Ehe in Guernesey hat über den britischen Staatsrat (UK Privy Council) bereits die königliche Unterstützung erhalten und muss nur noch vom Parlament der Insel (States of Guernsey) ratifiziert werden. Nach Meinung von Shane Langlois, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Parlament von Guernsey, könnte das Gesetz bereits im Sommer 2017 in Kraft treten.

Shane Langlois fordert jedoch alle an der Homo-Ehe interessierten Schwulen und Lesben auf, vor konkreten Plänen das offizielle Datum des Inkrafttretens abzuwarten.
(Quelle: BBC, 2. Januar 2017.)

Inseln Alderney) und (Sark) (noch) nicht betroffen

Laut einem Leser von PinkNews.com, wird das neue Gesetz jedoch zunächst nur für drei der Inseln des Amtsbezirks (Vogtei) Guernsey gelten. Allerdings erkennt Alderney aufgrund eines Gesetzes vom 17. Juni 2015 bereits im Ausland geschlossene Ehen und Partnerschaften an, so dass der Gesetzgeber dieser Insel wahrscheinlich sehr bald die Regelungen von Guernsey übernehmen wird.

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: GayStarNews, 21. September 2016.

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