Orlando, ein Jahr danach

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Orlando, ein Jahr danach

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 15 Juni 2017) Im Pulse-Club von Orlando hatte ein bewaffneter Mann am 12. Juni 2016 49 Menschen getötet und 58 verletzt – fast alle gehörten der LGBT-Community an. In Orlando und rund um den Globus wurde den Opfern jetzt gedacht – allerdings auf sehr unterschiedliche Weise.

An der improvisierten Gedenkstätte in der Nähe des Pulse, das seit der Schießerei nicht mehr geöffnet hatte, gab es eine Trauerfeier für die Überlebenden und Angehörigen der Opfer. Mit Sicherheit war ein Mann dabei nicht anwesend: Der Vater eines getöteten jungen Mannes, der den Leichnam seines Sohnes noch immer nicht abgeholt hat, weil dieser schwul war.

Hier ein Video der Trauerfeier (1:30 Stunde):

Etwas weiter haben sich am selben Abend ebenfalls tausende Menschen im Gedenken an die Opfer des Attentats versammelt.

Der Gouverneur von Florida hat den 12. Juni zum Orlando United Day erklärt, und der Hashtag #OrlandoUnitedDay hat sich auf den sozialen Netzwerken schnell verbreitet.

In den USA und rund um den Globus gab es am 12. Juni unzählige Gedenkfeiern, und das auch in wenig schwulenfreundlichen Umgebungen.

Auch Präsident Donald Trump hat auf Twitter eine Nachricht unter dem Hashtag #OrlandoUnitedDay mit Fotos aller 49 Opfer gepostet. Ein Tweet ohne jeden Rechtschreib- oder Grammatikfehler, das heißt natürlich, von jemandem anderen erstellt.

Die vielen Reden gedachten den Opfern, vergaßen aber nahezu alle, den homophoben Charakter des Massakers hervorzuheben.

Eine weitere, sehr störende Tendenz sind die Verschwörungstheorien, die auf den sozialen Netzwerken aufgetaucht sind, ähnlich denen, die den ersten Schritt eines Menschen auf dem Mond (20. Juli 1969) oder die Zerstörung der Türme des World Trace Center (11. September 2001) ableugnen.

So behaupten jetzt manche Spinner, dass dieses Massaker in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden hat, und dass die „schwule Lobby“ das alles nur erfunden habe.

Also auch nach 365 Tagen, 49 Toten und 58 Verletzten ist die Homophobie so lebendig wie nie. Long is the road…

Am Ende ein hoffnungsvoller Ausblick: Auf CBS wurde die folgende Reportage zum 12. Juni ausgestrahlt. Neben dem neutralen journalistischen Ton kam durchaus Mitgefühl zum Ausdruck. Insbesondere traten die beiden Wörter Liebe (love) und Leben (life) sehr oft auf – natürlich bezogen auf die verlorenen Leben der Opfer, aber auch auf das Leben, das weitergeht, hoffentlich mit viel Liebe für alle.

Weitere Infos zun den Vorgängen des 12. Juni 2016 gibt es in unserem Artikel We Are Orlando.

Wolfgang / MensGo

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