Das Coming-Out von Colin Jackson: Für und Wider

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Das Coming-Out von Colin Jackson: Für und Wider

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 4. September 2017) Der Walliser Leichtathlet Colin Jackson, zweifacher Weltmeister und Olympiazweiter im 110-Meter-Hürdenlauf, hat sich am 26. August 2017 anlässlich des Dokumentarfilms Regnbågshjältar (Regenbogenhelden) im schwedischen Fernsehen geoutet.

Vierzehn Jahre nach seinem Rückzug aus dem aktiven Spitzensport führt Colin Jackson (50) ein ruhiges Leben und arbeitet als Sportkommentator bei der BBC.

Hier ein kleiner Ausschnitt seines Coming-Outs. Auf der Webseite des schwedischen Dokumentarfilms kann man den Bericht in voller Länge sehen.

 

Er hat sich entschieden, seine Homosexualität öffentlich zu machen, weil die beiden Interviewer (eine schwuler Mann und eine lesbische Frau) ihn davon überzeugt haben, dass es ihnen nicht um Sensationsmache geht.

Das Wider: Mehr Klotz am Bein als Sprungbrett

Offensichtlich trägt ein früherer Spitzensportler, der sich erst nach Ende seiner Karriere outet, nicht gerade sehr viel zum Kampf gegen die Homophobie im Sport bei und wird anderen Sportlern nicht so sehr zum Ansporn dienen.

Bei dieser Geschichte ist es sehr störend, dass Colin Jackson lange Zeit seine Homosexualität geleugnet hatte. Bereits 2006 wurde er von der britischen Boulevardpresse geoutet, was er dann leugnete und sich eine heterosexuelle Fassade aufbaute.

Im Grunde ist ein unfreiwilliges Outing nur dann zulässig, wenn die betreffende Person sich gegen die LGBT-Gemeinde wendet, was bei Colin Jackson nicht der Fall war.

Das Für: Ein recht schwieriges Coming-Out

Ein Artikel von Louis Staples vom 29. August 2017 in New Statesman wirft ein sehr empathisches Licht auf die persönliche Geschichte von Colin Jackson.

Die gesamte Argumentation von Staples ist im verlinkten Dokument zu finden. Hier jedoch die beiden wohl wichtigsten Argumente FÜR das späte Coming-Out.

Erstens: Jackson wurde 1967 geboren, als in England und Wales Homosexualität gerade erst straffrei gestellt wurde. Er war also 1987, zur Zeit der großen AIDS-Krise, gerade 20 Jahre alt.

Zweitens: Wir können nicht einerseits mehr öffentliche Coming-Outs von bekannten Persönlichkeiten fordern, anderseits aber diejenigen sarkastisch kommentieren, die sich tatsächlich outen, ganz egal ob sie es früher oder später in ihrem Leben tun.

Sollten wir also über ein Coming-Out berichten, auch wenn es sehr spät und nach einer langen Zeit der Leugnung erfolgt? Ja, das sollten wir, und wir sollten es gutmütig und mit Empathie begleiten.

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: New Statesman, 29. August 2017.
Erstquelle: theguardian.com, 28. August 2017

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