Frankreich: Petition gegen Diskriminierung von HIV-Positiven

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Frankreich: Petition gegen Diskriminierung von HIV-Positiven

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 30. September 2017) Auf Initiative des Unternehmers Camille Genton fordert eine französische Petition mit 150 (mehr oder weniger bekannten) Unterzeichnern die „echte, vollständige und bedingungslose Chancengleichheit und Gleichbehandlung“ von HIV-positiven Menschen. Die wichtigsten Forderungen dabei sind ein „Recht auf Vergessen“ und absolute Nichtdiskriminierung.

Zu den 150 Unterzeichnern der Petition gehören Schauspieler (wie Nahuel Pérez Biscayart), Designer (Agnès b. und Jean-Paul Gaultier), Moderatoren (Daphné Bürki), Politiker (Franck Riester, Jean-Luc Roméro, Marisol Touraine und Roselyne Bachelot), eine Medizin-Nobelpreisträgerin (Françoise Barrée-Sinoussi) und viele bekannte und weniger bekannte Personen aus Kunst, Wirtschaft, Politik und Gesundheitswesen.

Unter dem Titel „Nous sommes Positif.ve.s“ (also: „Wir sind positiv“) zählt die Petition viele Fälle von unverhohlener Diskriminierung und ungleicher Behandlung ohne echten Grund auf. Es handle sich dabei um einen völlig ungerechtfertigten Angriff auf die Personenrechte, so der Text der Petition: „... insbesondere weil unsere Virenlast dank antiretroviraler Behandlung unter der Nachweisgrenze liegt, wir das Virus nicht mehr übertragen können, und unsere Lebenserwartung so hoch ist wie der Durchschnitt der Franzosen“.

In einer Radiosendung (Auszug mit Originalton nachstehend) wird dies von dem Unternehmer Camille Genton unterstrichen, der selbst positiv ist und seit sieben Jahren Sex ohne Kondom praktiziert, was „für seinen Partner völlig ungefährlich ist“.

Genton erklärt, dass man HIV/AIDS sowie positive Menschen weder verharmlosen noch stigmatisieren soll. Er und die anderen 150 Unterzeichner bezeichnen den Virus als sehr zerstörerisch, weil diese „Serophobie“ häufig zu Diskriminierung, Vorenthaltung von Rechten und offenkundiger Missachtung führt.

Unter anderem fordert die Petition ein Recht auf Vergessen bei Banken und Versicherungen, weil diese von HIV-positiven Menschen häufig höhere Kreditzinsen bzw. Beiträge fordern.

Auch die Ausgrenzung und ungleiche Behandlung im Gesundheitsbereich (Zahnärzte, Gynäkologen, Arztpraxen), in Schulen und im öffentlichen Dienst (Armee, Polizei, Feuerwehr) müssen aufhören, genauso wie das noch in etwa 40 Ländern geltende Einreiseverbot für HIV-Positive.

Camille Genton (32) leitet eine kleine Reihe von Restaurants. In der Vergangenheit lehnten Banken häufig seinen Kreditwunsch ab. Erst als er seinen HIV-Status verschwieg, erhielt er Kredite zu vernünftigen und marktüblichen Konditionen.

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: Text der Petition, 29. September 2017 (online-Lesen kostenlos, Herunterladen kostenpflichtig)
Erstquelle: lexpress.fr, 29. September 2017

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