Mehr Erstdiagnosen von HIV in fortgeschrittenem Stadium bei Senioren in Europa

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Mehr Erstdiagnosen von HIV in fortgeschrittenem Stadium bei Senioren in Europa

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 30. September 2017) Zwischen 2004 und 2015 haben die Erstdiagnosen von HIV in fortgeschrittenem Stadium bei schwulen Senioren in Europa stark zugenommen. Dies zeigt eine Studie von The Lancet HIV, die im Auftrag des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (englisch: ECDC = European Centre for Disease Prevention and Control) durchgeführt wurde. Senioren (definiert als Menschen ab 50 Jahren aufwärts) stellen zwar nur etwa ein Sechstel der HIV-Neudiagnosen dar, aber dafür wird die chronische Infektion bei ihnen im Schnitt erst in einem späteren Stadium festgestellt als bei der Altersgruppe der 15- bis 49-Jährigen.

alterer Herr mit weißem Bart

Oh – wenn ich das gewusst hätte, Herr Doktor…

54.102 neu mit HIV infizierte Senioren…

Die von den Forscherinnen Lara Tavoschi, Joana Gomes Dias und Anastasia Pharris geleitete Studie hat im Zeitraum von 12 Jahren (2004 bis 2015) HIV-Neuerkrankungen in 31 europäischen Ländern untersucht. In diesem Zeitraum haben 54.102 Senioren (homo- und heterosexuell) eine HIV-Erstdiagnose erhalten. Die mittlere Quote an Neuinfektionen in der Gesamtheit der 31 Länder betrug 2,1 % (auf 100.000 Menschen), betrug jedoch 2,2 % in der Altersgruppe der Senioren und sogar 5,8 % bei den Schwulen bzw. 7,4 % bei Drogenabhängigen mit Gebrauch von Nadeln.

Der Anteil an HIV-Neudiagnosen ist in 16 Ländern (überwiegend in Mittel- und Osteuropa) stark angestiegen, aber in 15 anderen Ländern gleich geblieben oder sogar gefallen.

Große regionale Unterschiede

Die vier Länder mit dem größten Anstieg an Neudiagnosen bei Senioren waren 2015 Estland (7,50 auf 100.000 Senioren), Lettland (7,17), Malta (7,15) und Portugal (6).

Mit einigen Unterschieden zwischen dem Anfang und Ende des Untersuchungszeitraums 2004 bis 2015 betrug der Anstieg der Neudiagnosen bei Senioren etwa 3,6 % pro Jahr in Großbritannien, 3,9 % in Belgien, 5,4 % in Irland und 3,33 % in Deutschland.

Häufig späte Diagnosen

Leider erfolgen viele HIV-Diagnosen sehr spät. Dabei bezeichnet man eine Diagnose spät, wenn bei einem Patienten nur noch etwa 350 CD4-Zellen pro Mikroliter vorhanden sind. Bei weniger als 200 Zellen pro Mikroliter bezeichnet man die HIV-Infektion als fortgeschritten.

Bei den Senioren sind ca. 39 % späte Diagnosen, davon etwa drei Viertel sogar im fortgeschrittenen Stadium. In der Altersgruppe der 15- bis 49-jährigen liegen diese Zahlen bei 26 %, wovon nur etwa die Hälfte der Fälle fortgeschritten ist. Bei den Senioren erfolgt die Infektion überwiegend auf heterosexuellem Weg und bei den Jüngeren meist über Männer, die Sex mit Männern haben.

Neue Wege der Prävention

Die drei Autorinnen der Studie kommen zu dem Schluss, dass man die Aufklärung, Prävention und Tests besser auf die Senioren anpassen muss. Dazu braucht es auch innovative Ansätze und neue Praktiken.

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: Aidsmap, 27. September 2017.
Erstquelle: lexpress.fr, 26. September 2017.

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