Hohe Zahl an Selbstmordversuchen bei Schwulen und Bisexuellen in Kanada

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Hohe Zahl an Selbstmordversuchen bei Schwulen und Bisexuellen in Kanada

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 3. Oktober 2017) Unter schwulen und bisexuellen Männern in Kanada sind Selbstmordversuche viermal so verbreitet wie unter heterosexuellen Männern. Dies folgt aus einer Studie ((Zusammenfassung/Abstract) der University of British Columbia (UBC).

Still Here, das Buch

Still Here, ein Buch mit dem Ziel, Selbstmordversuche zu enttabuisieren.

Nicht weniger als 12,5 % der Studienteilnehmer (s. Methodik am Ende des Artikels) haben angegeben, bereits einen Selbstmordversuch unternommen zu haben, 1,73 % der Stichprobe (145 von 8.382 Personen) sogar innerhalb des letzten Jahres. Für 71,7 % der 145 Personen war es nicht der erste Versuch, sich das Leben zu nehmen.

Der Leiter der Studie, Olivier Ferlatte, und seine Kollegen von der UBC haben den Fokus der Studie auf diese 145 Menschen gerichtet und herausgefunden, dass vor allem die folgenden drei Faktoren zu einem Selbstmordversuch führen können:

  1. Jahreseinkommen unter 30.000 CAD (ca. 20.500 EUR) ohne Hochschulabschluss.
  2. Amerikanisch-Indianische Herkunft (Abstammung von den Ureinwohnern)
  3. Bisexuelle (oder Singles) ohne weiblichen Partner.

Im ersten Fall ist der Auslöser für einen Selbstmordversuch meist Homophobie und Ablehnung durch die eigene Familie, aber auch Gewalt in der Schule oder im sozialen Umfeld.

Im zweiten Fall liegt der Grund auf der Hand, weil auch bei der heterosexuellen Vergleichsgruppe der Prozentsatz an Selbstmordversuchen bei Männern indianischer Herkunft doppelt so hoch ist als bei Männern nichtindianischer Herkunft.

Und schließlich ist der Anteil bisexueller Männer mit Partnerin, die einen Selbstmordversuch begehen, geringer als bei bisexuellen Singles oder Bisexuellen mit männlichem Partner.

Ferlatte und sein Team hoffen, dass diese Studie dazu beitragen wird, das Thema Selbstmord in Kanada (besonders bei schwulen und bisexuellen Männern) zu enttabuisieren.

Das Projekt Still Here von Olivier Ferlatte versucht, betroffene Männer dazu zu bringen, ihr Schweigen zu brechen und so einen wichtigen Beitrag zur Suizidprävention zu leisten.

Methodik: Die Studiendaten wurden vom CBRC (Community-Based Research Centre for Gay Men’s Health) zur Verfügung gestellt. Die anonymen Fragebögen wurden zwischen September 2011 und Februar 2012 online von Männern, die Sex mit Männern haben, ausgefüllt (auf Englisch oder Französisch). Dabei lag der Schwerpunkt auf den 145 Teilnehmern (von 8.382), die im vergangenen Jahr einen Selbstmordversuch unternommen hatten.

Quelle: Ferlatte, Olivier & Salway, Travis & Hankivsky, Olena & Trussler, Terry & Oliffe, John & Marchand, Rick. (2017). Recent suicide attempts across multiple social identities among gay and bisexual men: an intersectionality analysis. Journal of homosexuality [Herausgabe der Studie in Kürze, anerkannt am 08.09.2017].
DOI: 10.1080/00918369.2017.1377489

Wolfgang / MensGo
Hauptquelle: Radio Canada, 3. Oktober 2017.

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