God’s Own Country von Francis Lee, oder: Landschaften einer Leidenschaft

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God’s Own Country von Francis Lee, oder: Landschaften einer Leidenschaft

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 7. Dezember 2017) Ist God’s Own Country, der Spielfilm des englischen Drehbuchautors und Regisseurs Francis Lee tatsächlich so gut wie die vielen Preise es vermuten lassen? In Deutschland läuft der mehrfach prämierte Film seit 26.10.2017 in ausgewählten Kinos.

Im nachfolgenden Video-Interview von Mike Elshof sehen wir Regisseur Francis Lee und die beiden Hauptdarsteller Alec Secăreanu und Josh O’Connor (auf Englisch).

Im Jahr 2017 erhaltene Auszeichnungen

God’s Own Country hat schon vor seinem Kinostart viele Preise auf allen möglichen Filmfestivals (z. B. Berlinale, Honolulu, San Francisco, Toronto) eingeheimst – und zwar nicht nur bei schwulen Festivals. Tatsächlich richtet sich der Film eben nicht nur an ein LGBT-Publikum – ganz im Gegenteil. Hier ein Abriss:

  • Sundance-Filmfestival: Beste (ausländische) Regie (Sonderpreis der Jury, Kategorie World Cinema Dramatic).
  • Internationales Filmfestival Edinburgh: Michael Powell Award (Bester britischer Film).
  • Festival des britischen Films von Dinard: Hitchcock in Gold (Bester Film).
  • Berlinale: Harvey-Preis der Leser von Männer (Abschnitt Panorama).
  • Honolulu Rainbow Film Festival: Bester Film.
  • Frameline San Francisco International LGBTQ Film Festival: Publikumspreis.
  • Toronto, Inside Out LGBT Film Festival: Bill Sherwood Award (Bester Spielfilm, Erstwerk).

Worum geht es in dem Film?

Die Handlung spielt auf einer Farm in Yorkshire. Die Tage werden bestimmt vom Leben auf dem Hof und den Landschaften Yorkshires, die grenzenlos erscheinen aber dennoch den Horizont der beiden Hauptdarsteller begrenzen.

Einer der beiden, Johnny (Josh O’Connor), ist dort geboren. Der andere, Gheorghe (Alec Secăreanu) arbeitet als rumänischer Saisonarbeiter auf dem Hof von Johnnys Eltern. Im Laufe der Zeit lernen sich die beiden besser kennen, und die gemeinsame Zeit beschränkt sich nicht länger nur auf das Schafscheren und die Hofarbeit…

Also eine Art Brokeback Mountain mit europäischen Bauernjungen anstatt amerikanischer Cowboys? Nicht ganz.

Poster: God's Own Country

God’s Own Country: Einsamkeit auf dem Land. © pyramidefilms.com

Beide Filme sind (schwule) Liebesgeschichten und richten sich dennoch an das breite Publikum. Allerdings hat Annie Proulx mit Brokeback Mountain einen Roman erschaffen, der von Ang Lee verfilmt wurde, wohingegen Francis Lee mit God’s Own Country eigene Erlebnisse im Drehbuch und der Verfilmung nachgezeichnet hat. Er hat seine eigene Kindheit und Jugend tatsächlich auf einem Hof in Yorkshire verbracht, der übrigens ganz in der Nähe der Landschaften liege, die man im Film sieht.

Wie gut ist der Film?

Das ist natürlich Geschmackssache, wie immer. Jedoch lassen die vielen Auszeichnungen schon vermuten, dass es ein sehr gut produzierter und gespielter Film ist: Sehr realistisch, wortkarg aber dafür tiefgründig.

Hier spielt es keine Rolle, ob es sich um einen schwulen oder heterosexuellen Film handelt – das Wesentliche ist die Liebesgeschichte. Francis Lee analysiert die Gefühlslandschaften über die Darstellung der beiden Charaktere, die Bilder der Kamera und die karg-schönen Landschaften von Yorkshire.

Also ein Film, den man am besten auf der großen Leinwand anschaut. Gut möglich, dass die Liste der Auszeichnungen noch nicht vollständig ist.

Zum Schluss noch ein Video, in dem sich Francis Lee selbst kurz vorstellt, und zwar am Rande der Bafta-Preisverleihung, dem britischen Pendant zu den Oscars:

Wolfgang / MensGo

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