Coming-Out des schweizerischen Fußball-Schiedsrichters Pascal Erlachner

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Coming-Out des schweizerischen Fußball-Schiedsrichters Pascal Erlachner

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 13. Dezember 2017) Pascal Erlachner (37) hat sich als erster Schiedsrichter in der Schweiz als schwul geoutet. Hier ein paar Hintergründe.

Viele in Pascal Erlachners beruflichem Umfeld wussten bereits, dass er schwul ist: Schiri-Kollegen, Fußballer, Trainer und Club-Vorstände. Erlachner ist seit 2010 Schiedsrichter und hat weder seine Homosexualität noch seinen Freund versteckt.

rote Karte

Die rote Karte für jeden Spieler, der Pascal Erlachner „schwule Sau“ oder „Schwuchtel“ nennt. © ljupco/123RF

Pascal Erlachner ist im Hauptberuf Sportlehrer und nebenbei Fußball-Schiri in der schweizerischen Raiffeisen Super League. Seine Familie weiß seit sieben Jahren Bescheid und unterstützt ihn. Allerdings hatte er sich im Lehrer-Kollegium und vor seinen Schülern bisher nicht geoutet.

Durch sein öffentliches Coming-out vor einigen Tagen hat Erlachner bei den LGBT-Organisationen in der Schweiz praktisch Star-Ruhm erreicht und die Medien haben sich förmlich auf ihn gestürzt.

Erlachner stört sich nicht daran, wenn man ihn einmal etwas auf den Arm nimmt oder etwas über ihn witzelt. Allerdings wird er nicht zögern, jedem Spieler die rote Karte zu zeigen, der ihn als schwule Sau oder Schwuchtel beschimpft.

Erlachner stammt aus dem deutschsprachigen Kanton Aargau und hat sich selbst geoutet, gerade weil Homosexualität im Fußball immer noch so ein enormes Tabu sei, in der Schweiz genauso wie anderswo. Er möchte mit diesem Schritt die Mentalität im Fußball voranbringen.

Mit seinem Schritt will er zwar vorausgehen, überlässt aber allen anderen Schwulen im Fußball, die es dort natürlich genauso wie überall sonst auch gibt, ihre Entscheidung. Einige kennt er natürlich, und sehr wahrscheinlich werden sich nun auch weitere ihm anvertrauen, jetzt wo er diesen wichtigen Schritt gegen Homophobie gegangen ist.

„Ich hoffe, dass mein Coming-out eine öffentliche Debatte hervorruft“, erklärt er. Und wir hoffen, dass weitere Schiris und auch Spieler seinem Beispiel folgen werden.

Es gibt nur wenige offen schwule Profi-Schiedsrichter im Sport, besonders im Fußball nicht, z. B. Ryan Atkin in Großbritannien. Manche haben nach ihrem Coming-out große Schwierigkeiten erlebt, wie Halil İbrahim Dinçdağ in der Türkei, dem die Ausübung seines Berufs vom türkischen Fußballverband verboten wurde, oder wie Juan Tomillero in Spanien, der aufgrund öffentlicher Schmähungen seine Schiedsrichter-Tätigkeit niederlegte.

Wolfgang / MensGo

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