Jersey hat die Homo-Ehe (fast) legalisiert

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Jersey hat die Homo-Ehe (fast) legalisiert

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 7. Februar 2018) Die „States of Jersey“ (Parlament und Regierung) haben am 1. Februar 2018 mit 42 zu 1 Stimme (und einer Enthaltung) für eine Gesetzesinitiative zur Einführung der Homo-Ehe gestimmt, Nach den anderen Kanalinseln Guernsey (September 2016) und Alderney (September 2017) war Jersey die letzte der großen anglo-normannischen Inseln, die die Homo-Ehe legalisiert hat. Die ersten schwulen und lesbischen Ehen könnten auf Jersey noch 2018 geschlossen werden.

Vier Jahre für die Abstimmung über ein Gesetz

Das Gesetzesvorhaben geht ursprünglich auf das Jahr 2014 zurück. Nachdem 2015 dafür gestimmt worden war, gab es zwei Jahre Stillstand, bis im Jahr 2017 neuer Schwung in die Initiative kam.

Am Gesetzestext sind jetzt noch kleinere Änderungen vorzunehmen, bevor das neue Gesetz dem Kabinett der englischen Königin zur Ratifizierung und offiziellen Verkündung vorgelegt werden kann. Dabei handelt es sich im Grunde um reine Formalitäten, so dass die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen wahrscheinlich noch dieses Jahr geschlossen werden können.

Abgelehnte Änderung

Eine „Toleranzklausel“ gegen die Homo-Ehe führt zu mehr Intoleranz. © gov.je

 

Eine seltsame „Toleranzklausel“

Vor der Abstimmung am 1. Februar gab es noch zwei größere Fragestellungen.

Am 31. Januar 2018 hat die Regierung von Jersey den Plan zur Öffnung der eingetragenen Partnerschaft (civil partnership) für heterosexuelle Paare aufgegeben. Damit bleibt die seit 2012 existierende eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlichen Paaren vorbehalten.

Außerdem haben die Abgeordneten von Jersey mit 40 zu 5 Stimmen die kontrovers diskutierte Idee einer „Toleranzklausel“ abgelehnt. Diese Klausel sollte Unternehmen und Dienstleister berechtigen, die Dienstleistung für gleichgeschlechtliche Paare abzulehnen, also z. B. Hochzeitsfotos, Musiker oder Bands, Bäckereien und andere Unternehmen. Es war sogar an eine Ausweitung dieser Klausel für religiöse Institutionen auszuweiten.

Angeblich sollte es hierbei nicht um die Zulassung homophober Aktionen gehen, sondern vielmehr um den Schutz religiöser Überzeugungen. Das jetzt beschlossene Gesetz erlaubt es den Kirchen und ihren Amtsträgern jedoch nach wie vor, kirchliche Hochzeiten gleichgeschlechtlicher Paare abzulehnen.

Unter allen Kanalinseln ist Jersey mit 118 km2 die größte und mit 100.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel, so dass hier wohl auch die meisten LGBT-Menschen leben.

Wolfgang / MensGo

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg