Australiens Vereinigte Kirche will ihren Pastoren empfehlen, Homo-Trauungen durchzuführen

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Australiens Vereinigte Kirche will ihren Pastoren empfehlen, Homo-Trauungen durchzuführen

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 5. Mai 2018) Ein Vorbereitungsausschuss für die nächste Nationalversammlung der Uniting Church in Australia (UCA, Vereinigte Kirche Australiens) hat die Annahme eines internen Berichts zur Feier gleichgeschlechtlicher Trauungen befürwortet. Wenn die Vorschläge des Ständigen Ausschusses der Generalversammlung im Juli 2018 endgültig angenommen werden, wird diese protestantische Glaubensgemeinde die erste größere australische Kirche sein, die ihren Pastoren empfiehlt, schwule und lesbische Paare zu trauen und LGBTQI-Personen ohne Diskriminierung auf der gleichen Grundlage wie ihre anderen Gemeindemitglieder zu akzeptieren.

Die Vereinigte Kirche von Australien spricht nicht von „Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts“ sondern vielmehr von „Ehe zwischen Personen des gleichen Genders“, offensichtlich weil dieser Titel die Übersetzung in andere Sprachen (nämlich z. B. Koreanisch, Tonganisch, Fidschianisch, Indonesisch und Chinesisch) erleichtert. Unabhängig von dieser semantischen Nuance vertritt der Bericht über Ehe und gleichgeschlechtliche Beziehungen die Auffassung, dass sowohl die Hauptargumente für als auch gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe durch das Evangelium legitimiert sind, und damit alle irgenwie recht haben. Im internen Bericht der UCA heißt es außerdem, dass wissenschaftliche Entdeckungen belegen, dass Homosexualität völlig normal ist.

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Die Homo-Ehe, die ersten Vorschläge für die Validierung durch die UCA (Screenshot). © uniting.church

Der Bericht betrachtet auch die Institution der Ehe und kommt zu dem Schluss, dass ihre Eigenarten je nach Zeit, Kultur und Gesellschaft stark variieren. Die Ehe-Kultur der Protestanten entspricht demnach nur einer Form der Ehe unter vielen anderen.

Jedenfalls stellt der Bericht eine allmähliche Trendwende fest, wobei der Trend zur Homo-Ehe in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen hat – auch durch die Legalisierung der Homo-Ehe im Dezember 2017.

Die nächste Plenarsitzung der UCA-Nationalversammlung findet im Juli 2018 statt. Dort wird dann gegebenenfalls die neue LGBT-freundliche Politik der Vereinigten Kirche von Australien bestätigt werden. Aber auch wenn danach Trauungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen offiziell möglich sind, wird dies nicht bindend sein: Pastoren können es dann immer noch ablehnen, Schwule und Lesben zu trauen.

Der interne Bericht der UCA sieht auch eine Änderung der offiziellen Terminologie vor. So werden die Pastoren zukünftig nicht mehr „einen Mann und eine Frau“ trauen, sondern „zwei Personen“.

Laut Wikipedia zählt die Unified Church of Australia 2018 243.000 Mitglieder und ist damit nach der Katholischen Kirche und der Anglikanischen Kirche die drittgrößte Gemeinde Australiens. Die Volkszählung 2016 schrieb der UCA 870.000 Anhänger oder 3,7 % der Bevölkerung zu, womit sie vor Muslimen (2,6 %), aber weit hinter Katholiken (22,6 %) und Anglikanern (13,3 %) liegt. In Australien gehören etwa 30,1 % der Menschen keiner Religionsgemeinschaft an. Die UCA entstand 1977 aus einem Schisma und besteht überwiegend aus Methodisten und Presbyterianern.

Im benachbarten Neuseeland können sich Priester weigern, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Bei standesamtlichen Trauungen haben die Standesbeamten hingegen nicht das Recht, die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare zu verweigern, auch nicht aus so genannten religiösen Gründen.

Wolfgang / MensGo

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