Erster Trailer zum Queen-Film „Bohemian Rhapsody“

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Erster Trailer zum Queen-Film „Bohemian Rhapsody“

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 29. Mai 2018) Am 15. Mai 2018 erschien der erste Trailer von Bohemian Rhapsody, einem Film über die Band Queen und ihren charismatischen Sänger Freddie Mercury. Hier zunächst der Trailer, handwerklich gut und geschickt gemacht. Anschließend schauen wir genauer hin, denn es gibt durchaus auch Punkte zu hinterfragen oder zu kritisieren.

Wir erinnern uns: Freddie Mercury war schwul (er offenbarte seine Homosexualität 1974), der Name der Gruppe war nicht zufällig gewählt, und Mercury starb am 24. November 1991 an AIDS. Fast 27 Jahre nach seinem Tod wird im Oktober nun das Biopic Bohemian Rhapsody veröffentlicht werden.

Schauen wir zunächst auf den ersten Trailer und die zugehörige Nachricht auf YouTube.
Was sagt der Trailer über Freddie Mercurys Homosexualität? Leider überhaupt nichts.
Was sagt der Text über AIDS? Auch nichts. Er erwähnt lediglich „a life-threatening illness“ also eine nicht weiter genannte lebensbedrohliche Krankheit.

Man mag es irritierend oder verstörend finden, dass die Produzenten Freddie Mercury's Homosexualität und die Krankheit AIDS, an der er gestorben ist, im Trailer vollständig ausradiert haben. Ganz zu schweigen von den Problemen bei der Produktion des Films, unter anderem, dass der ursprünglich beauftragte schwule Regisseur durch einen heterosexuellen Kollegen ersetzt wurde.

Möglicherweise kann diese Tatsachenbeschönigung im Trailer aber auch einen positiven Effekt haben – vorausgesetzt, dass Freddie Mercurys Homosexualität und AIDS in der im Oktober 2018 erscheinenden Endfassung des Films ihren gebührenden Platz erhalten.

Warum das? Weil diese unpassende und vielleicht reaktionäre Beschönigung im Trailer auch Zuschauer anlocken könnte, die sich den Film nicht ansehen würden, wenn der Trailer übermäßig aktivistisch oder militant daherkäme. Wer homophob ist, pflegt üblicherweise Vorurteile, die er meist nicht in Frage stellt.

Es könnte also durchaus dazu beitragen, dass einige homophobe Menschen ihre Meinung überdenken, wenn sie den am Ende Film sehen, ohne zuvor zu wissen, dass Homosexualität und AIDS darin eine große Rolle spielen. So gesehen mag der wahrheitsübertünchende Trailer sich als ein geschickter Schachzug der Produzenten herausstellen und sich am Ende gar positiv auswirken – wer weiß.

Wolfgang / MensGo

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg