Interne Petition kritisiert irische presbyterianische Kirche wegen Homophobie

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Interne Petition kritisiert irische presbyterianische Kirche wegen Homophobie

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 7. Juli 2018) Immerhin 232 Mitglieder der Presbyterianischen Kirche in Irland haben ein Schreiben an die Generalversammlung ihrer Konfession gerichtet, das am 6. Juli 2018 veröffentlicht wurde. Darin kritisieren sie, dass ihre Kirche sich weigert, Personen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften als Vollmitglieder aufzunehmen und deren Kinder zu taufen. Unter dem Titel „Ein Schrei aus dem Herzen“ ruft der offene Brief dazu auf, Homosexuelle und ihre Kinder nicht länger zu diskriminieren.

PCI – Taufe

Alle Kinder werden getauft, außer die von schwulen und lesbischen Paaren.
© presbyterianireland.org

Die Presbyterianische Kirche von Irland zählt bei etwa 225.000 Mitgliedern um die 6.400 Amtsträger und ist damit die größte presbyterianische Kirche Irlands. Die 232 Unterzeichner der Petition stellen also nur einen kleinen Teil der presbyterianischen Hierarchie dar, aber viele von ihnen sind sehr bekannt:

Dazu zählen zum Beispiel auch Ruth Patterson, die erste von der Presbyterian Church of Ireland ordinierte Frau sowie mit Bert Tosh eine bekannte Persönlichkeit des BBC. Die anderen Unterzeichner sind Amtsträger, Priester, Älteste, Theologen und Wissenschaftler aus Irland und Nordirland.

Auch Christina Bradley, die einzige presbyterianische Ministerin in ihrem Land, die das Ergebnis des irischen Referendums zugunsten der Homo-Ehe begrüßt hat, gehört zu den Unterzeichnern der Petition.

We acknowledge, and indeed share, the profound sense of hurt, dismay and anger currently being expressed in the wake of decisions taken at our 2018 General Assembly.
Wir bestätigen und teilen das tiefe Gefühl von Schmerz, Bestürzung und Wut, das nach den Beschlüssen unserer Generalversammlung 2018 derzeit zum Ausdruck kommt.

Am 8. Juni 2018 bestätigte die Generalversammlung der Presbyterianischen Kirche in Irland ihren bisherigen Standpunkt:

Homosexual activity is not consistent with Christian discipleship.
Homosexualität steht nicht im Einklang mit der christlichen Gemeinschaft.

Eine der Entscheidungen dieser Generalversammlung war es, keinen Vertreter mehr zur Generalversammlung der Church of Scotland zu entsenden und auch deren Leiter nicht in Belfast zu empfangen, weil die schottische Schwestergemeinde bezüglich homosexueller Beziehungen als zu entgegenkommend angesehen wird.

Die starre Haltung der irischen Presbyterianischen Generalversammlung gegen LGBT-Paare und ihre Familien untergräbt auch die Glaubwürdigkeit dieser Kirche, finden die Unterzeichner des offenen Briefes.

Mehrere Amtsträger sowie ein ehemaliger hoher Beamter (Lord Alderdice) sind kürzlich aus der Presbyterianischen Kirche in Irland ausgetreten. Der Religionsgeschichtsprofessor Laurence Kirkpatrick wurde wegen öffentlicher Kritik an den homophoben Entscheidungen der Generalversammlung von seinen presbyterianischen Pflichten suspendiert.

Kommentar: Die Brutalität und Dummheit der irisch-presbyterianischen Äußerungen und Entscheidungen gegen Homosexualität, Homosexuelle und ihre Familien sind schon wirklich verblüffend.

Andererseits lassen es die Kürze und die große Milde des offenen Briefes fast nicht zu, die 232 Unterzeichner als Rebellen zu bezeichnen. Der Text ist nicht frei von Jesuitismus und insgesamt doch sehr entgegenkommend, auch wenn er die homophoben Entscheidungen klar anprangert.

Am Ende gibt die derzeitige Unnachgiebigkeit der Leiter der Presbyterianischen Generalversammlung wenig Anlass zu Optimismus. Gott ist Liebe – außer bei der Presbyterianischen Kirche in Irland, so scheint es.

Wolfgang / MensGo

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