HIV/AIDS im Jahr 2018: Es bleibt noch viel zu tun!

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HIV/AIDS im Jahr 2018: Es bleibt noch viel zu tun!

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 23. Juli 2018) Die Fortschritte bei der Ausrottung von AIDS bis 2030 sind real, „aber ungleichmäßig und fragil“. Dies meinte der UN-Generalsekretär am 13. Juli 2018, als er einen Bericht mit dem Titel „Leveraging the AIDS response for United Nations reform and global health“ („Nutzung der Antwort auf AIDS für die Reform der Vereinten Nationen und die Weltgesundheit“) (EN | FR) vorlegte, die durch eine 2018 aktualisierte Zusammenfassung von UNAIDS (EN | FR) ergänzt wurde.

Mit anderen Worten, die Anstrengungen zur Bekämpfung von HIV müssen weltweit intensiviert werden, auch in Bereichen, in denen es schon Fortschritte gibt, einschließlich und vor allem bei den am meisten gefährdeten oder stigmatisierten Bevölkerungsgruppen, insbesondere bei Transgender-Frauen sowie Männern, die Sex mit Männern haben, wie in dieser Grafik dargestellt.

Grafik von UNAIDS

Maximales Infektionsrisiko für schwule Männer und transsexuelle Frauen. © Onusida 2018

Dies setzt voraus, dass die Gesundheitsaktionen intensiviert, zielgerichteter und besser finanziert werden. Nach Angaben von UNAIDS werden 7 Milliarden Dollar benötigt, um den Kampf gegen HIV/AIDS im Einklang mit den angekündigten Zielen zu finanzieren.

Im Jahr 2016 gab es 1 Million AIDS-Tote, ein Drittel weniger als im Jahr 2010. Im Juni 2017 wurden rund 20,9 Millionen Menschen mit HIV antiretroviral behandelt, fast dreimal so viele wie im Jahr 2010, aber 15,8 Millionen Menschen hatten keinen Zugang zu den notwendigen Medikamenten. Diese Zahlen wecken sowohl Hoffnung (dreimal mehr Menschen in Behandlung und ein Drittel weniger Todesfälle) als auch Pessimismus (fast die Hälfte der Infizierten hat keinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten).

Auch die Zahl der HIV-Neuinfektionen geht zurück, allerdings nur um 18 % zwischen 2010 und 2016. Im Jahr 2016 gab es noch 1,8 Millionen Neuinfektionen, mehr als das Dreifache des offiziellen Ziels von 500.000 Fällen pro Jahr.

Man muss also nicht nur den Kampf in den am stärksten betroffenen Gebieten verstärken, sondern darf sich auch nicht mit Zahlen zufrieden geben, die weniger schlecht sind als anderswo, heißt es im UN-Bericht auf Seite 4:

In lower-prevalence settings, most HIV infections occur among key populations — people who inject drugs, sex workers, transgender people, prisoners, and gay men and other men who have sex with men — and their sexual partners. Outside of sub-Saharan Africa, key populations and their sexual partners accounted for 80 per cent of new HIV infections in 2015. Even in sub-Saharan Africa, key populations and their sexual partners accounted for an estimated 25 per cent of new infections in 2015, underlining the importance of reaching them with services.
(In Gebieten mit geringer Prävalenz gibt es die meisten HIV-Infektionen bei Schlüsselpersonen wie injizierende Drogenkonsumenten, Sexarbeiter, Transgender, Gefängnisinsassen, Homosexuelle und andere Männer, die Sex mit Männern haben, sowie deren Sexualpartnern. In anderen Regionen als Subsahara-Afrika machten Schlüsselpopulationen und ihre Sexualpartner im Jahr 2015 80 % der HIV-Neuinfektionen aus, aber auch der genannten Region machten sie im Jahr 2015 etwa 25 % der Neuinfektionen aus. Deshalb es wichtig, den Menschen den Zugang zu Leistungen [wie Prävention und Behandlung] zu ermöglichen.)

Der Bericht enthält sechs wichtige Empfehlungen für eine bessere Antwort auf HIV/AIDS, darunter die folgenden:

  1. Revolutionieren der HIV-Tests.
  2. Systematische und kombinierte Prävention von HIV/AIDS, Tuberkulose und anderen damit einhergehenden Infektionen und Krankheiten.
  3. Förderung der Menschenrechte (insbesondere der Rechte der Frauen) und Bekämpfung von Diskriminierung.

Der UN-Bericht über AIDS wurde etwa 10 Tage vor der 22. Internationalen AIDS-Konferenz (AIDS 2018) vorgelegt, die vom 23. bis 27. Juli 2018 in Amsterdam stattfindet.
(Achtung, nur die offizielle Kongress-Website www.aids2018.org nimmt Anmeldungen korrekt auf und stellt diese in Rechnung.)

Worum geht es dabei? Um all das hier…

… und noch viel mehr.

Wie jedes Jahr bietet der Verein Aidsmap eine kostenlose Berichterstattung über die Veranstaltung, im Internet und in Form von Newslettern zu den wichtigsten Themen, die täglich während des Kongresses verschickt werden.
(Aidsmap ist kostenlos, aber Spenden werden sehr gerne gesehen.)

Nach der kostenlosen Registrierung verschickt Aidsmap täglich Newsletter in fünf Sprachen (Französisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch) per E-Mail.

In diesem Jahr werden außerdem mehrere Konferenzen direkt von AIDS 2018 gestreamt.

Wolfgang / MensGo

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