Großbritannien: 46 Prozent der 14-jährigen LGBT verstümmeln sich selbst

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Großbritannien: 46 Prozent der 14-jährigen LGBT verstümmeln sich selbst

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 6. September 2018) Laut dem am 29. August 2018 veröffentlichten Jahresbericht von „The Children’s Society“ haben sich mehr als 45 % der britischen 14-jährigen Jugendlichen, die sich vom gleichen Geschlecht oder beiden Geschlechtern angezogen fühlen, im Laufe des vergangenen Jahres selbst verstümmelt. Der Bericht mit dem Titel The Good Childhood nennt als Gründe vor allem Homophobie, stereotypes Geschlechterdenken sowie einen Mangel an Inklusion an vielen Schulen.

Details zur Studie

Der Bericht der karitativen Children's Society basiert auf drei Hauptquellen, vor allem auf die Millenium Cohort Study, eine Längsschnittstudie mit 19.000 Kindern, die im Schuljahr 2000-2001 geboren wurden und 2015 14 Jahre alt wurden. Die andere wichtige statistische Quelle basiert auf Fragebögen, die von der Vereinigung im Mai-Juni 2018 an Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren verteilt wurden.

Studie zur Selbstverstümmelung

Schwule oder bisexuelle 14-jährige Jugendliche in Großbritannien sind mindestens doppelt so anfällig für Selbstverletzungen wie jede andere Kategorie von Teenagern. © childrenssociety.org.uk

Die Wörter schwul, lesbisch und bisexuell kommen übrigens in keinem der Fragebögen als solche vor. Beispielsweise wurden die 19.000 Jugendlichen im Alter von 14 Jahren gefragt, ob sie sich zu Jungen, Mädchen, beiden Geschlechtern oder keinem von beiden hingezogen fühlten. Jugendliche, die von Menschen gleichen oder beiderlei Geschlechts angezogen werden, machen 5 % der Stichprobe aus, verglichen mit 12 %, die von keinem der beiden Geschlechter angezogen werden.

Alarmierende Zahlen

Im Alter von 14 Jahren schneiden Kinder, die sich vom gleichen oder beiderlei Geschlechtern angezogen fühlen, in drei Kategorien des wahrgenommenen Wohlbefindens deutlich schlechter ab als andere junge Menschen. Diese Jugendlichen fühlen sich weniger zufrieden mit ihrem Leben im Allgemeinen, anfälliger für Depressionen und anfälliger für Gefühls- und Verhaltensstörungen.

Insgesamt haben 45,7 % dieser LGBT-Jugendlichen sich in den letzten 12 Monaten selbst Verletzungen zugefügt, gegenüber nur etwa 9,2 % der Jungen und 22 % der Mädchen insgesamt (15 % der Stichprobe der 19.000 befragten Jugendlichen). Bei den heterosexuellen Jugendlichen lag der Prozentsatz dageben nur bei 14,7 %.

Bei insgesamt 10 Punkten liegt das wahrgenommene Wohlbefindens bei durchschnittlich 7,97 für Jungen und 7 für Mädchen. Jugendliche, die sich weder zu Jungen noch zu Mädchen hingezogen fühlen fühlten sich mit 8.21 Punkten viel wohler als diejenigen, die sich für das andere Geschlecht interessieren (7.53). Andererseits ist das Wohlbefinden bei LGBT-Jugendlichen deutlich geringer (5,45 bei homosexuellen und 5,42 bei bisexuellen Jugendlichen).

Noch alarmierender sind die Zahlen, wenn man sich die Indikatoren für persönliche Unzufriedenheit ansieht. Bis zu 29,7 % der LGBT-Teenager sagen, dass sie mit ihrem Leben unzufrieden sind, dreimal so viele wie bei den heterosexuellen Teenagern (10,5 %).

Der Unterschied ist sogar noch deutlicher, wenn es um starke depressive Symptome geht. Solche Symptome finden sich bei 38,2 % der LGBT-Teenager, aber fast viermal weniger (10 %) bei den heterosexuellen Teenagern.

Die Ursachen des Unglücksgefühls

Was verursacht bei Teenagern solche Selbstverstümmelungen? Im Mai und Juni 2018 befragte The Children's Society rund 2.000 Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren, um einen Einblick in die Ursachen dieses Phänomens zu bekommen.

Das Ergebnis ist, dass sozialer und kultureller Druck für Mädchen oft schwieriger zu ertragen ist als für Jungen, und noch schwieriger für homo- oder bisexuelle Jugendliche als für heterosexuelle. Der soziale und kulturelle Druck kommt von Lehrern, Eltern, aber auch – noch stärker – von anderen Jugendlichen.

Dieser Druck zeigt sich insbesondere durch alles, was mit dem Aussehen einer Person zu tun hat, sei es die Schuluniform, die Wahl und Qualität der Kleidung, das Aussehen und Verhalten des Schülers oder gar die Beachtung bestimmter ungeschriebener Normen.

Unter diesen Normen sind vor allem die geschlechtsspezifischen Normen zu nennen, also zum Beispiel, dass Jungen die Harten spielen und Mädchen auf Klamotten stehen.

Das Alter von 14 Jahren ist eine entscheidende Zeit, in der Jugendliche häufig anfangen, sich existentielle Fragen über ihre Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zu stellen (oder manche damit auch schon durch sind). Wenn das Verhalten des Jugendlichen nicht geschlechtsspezifisch genug oder auch zu stark ist, wird das homophobe oder frauenfeindliche Mobbing schnell übertrieben und damit unerträglich.

Um hier einen Ausweg zu schaffen, fordert die Children Society von Schulen und ihren Mitarbeitern, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich junge Menschen wohlfühlen können und nicht schweigen oder sich verstecken müssen, auch wenn sie sich noch Fragen zu ihrer eigenen Sexualität stellen.

Wolfgang / MensGo

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