Hin zu einer Europäischen Föderation von LGBTIQ-Flüchtlingsunterkünften

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Hin zu einer Europäischen Föderation von LGBTIQ-Flüchtlingsunterkünften

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 18. Oktober 2018) Im April 2018 haben sich die Leiter der LGBTIQ-Flüchtlingsunterkünfte aus Frankreich, der Schweiz, Italien, Spanien und Belgien in Frankreich getroffen und im Oktober nochmals in der Schweiz. Das Genfer Treffen sieht die Schaffung einer europäischen Föderation von Zufluchtsorten für junge Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, und Intersexuellen sowie anderen queeren Menschen vor. Es geht hier um junge Menschen, denn die Auflösung der Familienbande und die Verlegung auf die Straße sind meist das Ergebnis eines Coming-Out und manchmal die Offenbarung einer neuen Geschlechtsidentität.

Es stimmt zwar, dass fast alle westeuropäischen Gesetze auf eine bessere Anerkennung und Integration von LGBTIQ-Menschen abzielen, andererseits sind die sozialen Praktiken und religiösen Überzeugungen aber weniger fortschrittlich als wir denken. Daher die psychologischen und sozialen Notfälle, die eine Notunterkunft und einen Prozess des Zuhörens, der Unterstützung und sogar des Nachdenkens erfordern.

Dialogai Refuge Genève

Ein LGBTIQ-Zufluchtsort ist auch für den Dialog gedacht. © dialogai.org

„Le Refuge“ begrüßte ihre schweizerischen und italienischen Kollegen erstmals im April 2018 in Montpellier, wo 2003 der französische Verband gegründet wurde. Dann empfing der Schweizer Verein Dialogai, der Gründer von Refuge Genève im Jahr 2015, seine französischen, italienischen, belgischen und spanischen Kollegen. Das Treffen in Montpellier sah die Schaffung einer Föderation von LGBTIQ-Flüchtlingsunterkünften vor, deren Genfer Treffen eine „Charta des Engagements für die europäische Zusammenarbeit zwischen den Unterkünften“ festlegte, die vor kurzem am 5. Oktober 2018 unterzeichnet wurde.

Die LGBTIQ-Schutzorganisationen betonen zwar die Notwendigkeit der Anerkennung und Unterstützung ihrer Aufgaben durch den öffentlichen Sektor, stellen aber fest, dass die öffentlichen Mittel nach wie vor unter dem Bedarf liegen. Im Refuge Genève stammen 68 % der Mittel aus privaten Quellen. Die Genfer Struktur hatte bereits in der ersten Jahreshälfte 2018 40 junge Menschen aufgenommen, so viele wie im gesamten Jahr 2017. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der jungen Menschen, die in Frankreich über die 18 Delegationen der Schutzräume untergebracht waren, um 22,3 %. Es waren vor allem Männer (83 %) sowie Menschen in der Altersgruppe 18 bis 24.

Laut der Tribune de Genève vom 9. Oktober 2018 hofft Pascal Messerli, Präsident von Dialogai Genf, dass eine europäische Föderation „mehr Sichtbarkeit für unsere Aktionen“ schaffen und es ermöglichen wird, „europäische Mittel für gemeinsame Projekte zu mobilisieren“.

Was die zukünftige europäische Föderation betrifft, so werden wir wahrscheinlich ihre Umrisse auf dem nächsten, für Januar 2019 in Italien geplanten internationalen Treffen der LGBTIQ-Schutzräume etwas besser erkennen können.

Wolfgang / MensGo

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