Die Golden Globes 2019: Auch LGBTQ-Themen dabei

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Die Golden Globes 2019: Auch LGBTQ-Themen dabei

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 12. Januar 2019) Bei den 76. Golden Globe Awards erhielt der Film Bohemian Rhapsody am 6. Januar 2019 in Beverly Hills (Kalifornien) beide Preise, für die er nominiert war. Die Liste der Gewinner und Nominierungen für LGBTQ-Filme, -Rollen und -Künstler ist zwar recht lang, aber qualitativ nicht gerade hochwertig, auch aufgrund des mangelnden Engagement der ausgezeichneten Arbeiten. Ein kurzer Überblick.

Golden Globe Awards

Golden Globes 2019: Einiges an LGBTQ dabei... © goldenglobes.com

Preisverleihung mit LGBTQ-Ausrichtung

Zur Erinnerung: Die Golden Globes zeichnen Kinofilme, Fernsehfilme und Fernsehserien unabhängig vom Genre aus. Diese Auszeichnung im Januar gilt allgemein als Vorgeschmack für die Oscar-Verleihung im Februar, allerdings mit weniger Glanz und Prestige.

Die Liste wurde von Bryan Singers Film Bohemian Rhapsody dominiert. Freddy Mercurys Biopic gewann den Golden Globe für das beste Drama und Rami Malek für seine Verkörperung des bisexuellen Sängers, der 1991 an Lungenentzündung starb, wahrscheinlich als Folge von AIDS.

Hier Rami Maleks Rede anlässlich der Verleihung.

Mahershala Ali erhielt den Preis für den besten männlichen Nebendarsteller für seine Verkörperung des queeren schwarzen 60er-Jahre-Musikers Don Shirley in Green Book. Derselbe Film erhielt neben einem Golden Globe für das beste Drehbuch auch einen als beste Komödie oder Musical, insgesamt also drei Auszeichnungen bei fünf Nominierungen.

Damit haben zwei Filme mit LGBTQ-Thematik die beiden höchsten Auszeichnungen erhalten, nämlich in den Kategorie Drama und Comedy/Musikfilm.

Olivia Colman wurde für ihren Auftritt als Queen Anne in Yórgos Lánthimos’ The Favourite, wo sie mit zwei Frauen flirtet (gespielt von Emma Stone und Rachel Weisz), zur besten Komödien- oder Musicalschauspielerin gewählt. (Eine Auszeichnung bei fünf Nominierungen.)

Hier ein Video mit Olivia Colmans Dankesrede. Olivia bedankt sich bei ihren Fimpartnerinnen („… my bitches“), mit denen sie sehr viel Spaß beim Dreh hatte. Olivia Colman wurde Zweite auf dem Applausmesser, kurz nach Glenn Close (siehe unten).

Der schwule britische Schauspieler Ben Whishaw erhielt den Preis für die beste männliche Nebenrolle in einer Serie, Miniserie oder einem Fernsehfilm. Er spielt den Geliebten eines Politikers (Hugh Grant) in A Very English Scandal.

Mindestens zwei weitere Filme mit LGBTQ-Themen haben Preise abgeräumt:

    • The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (beste Miniserie oder Fernsehfilm), zusammen mit dem Preis für den besten Schauspieler in dieser Kategorie für Darren Criss, zu dessen Filmpartnern Ricky Martin gehörte. Insgesamt zwei Preise bei vier Nominierungen.
    • Killing Eve – Für diese schwule Geschichte wurde Sandra Oh mit dem Preis als beste Schauspielerin in einer TV-Drama-Serie ausgezeichnet.

Homosexualität als Anekdote?

Leider wird in Bohemian Rhapsody nicht sehr tiefgründig auf Homosexualität und AIDS eingegangen, die jedoch im Leben von Freddie Mercury enorm wichtig waren. Auch das Biopic über Don Shirley (Green Book) behandelt die Homosexualität des Klavierspielers nur sehr beiläufig.

Melissa McCarthy hat zwar den Preis als beste Schauspielerin in der Kategorie Drama für Can You Ever Forgive Me gewonnen (wo sie eine lesbische Fälscherin mit einem schwulen Komplizen spielt), wurde jedoch auf dem Applausmesser von Glenn Close (The Wife) überholt.

Übrigens war auch Lady Gaga für den Film A Star Is Born in derselben Kategorie nominiert – allerdings gewann ja Rami Malek den Preis. Dafür erhielt Lady Gaga aber den Preis für den besten Original-Filmsong „Shallow“.

Auch wenn die Golden Globes ein Indikator für die Oscar-Verleihung sind, so gibt es doch sehr häufig Abweichungen – auch weil die Zahl der Oscar-Wähler fast vierzigmal höher ist als bei den Golden Globes. Deshalb dürften Filme aus dem unabhängigen Kino und Themen, die außerhalb der üblichen Produktionen liegen, bei den Oscars besser abschneiden.

Ob die Oscars 2019 also einen größeren LGBTQ-Stempel bekommen als in den Vorjahren, werden wir am 14. Februar 2019 sehen.

Wolfgang / MensGo

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