Deutschsprachiges Schweizer Fernsehen sendet einen schwulen Hochzeitsantrag

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Deutschsprachiges Schweizer Fernsehen sendet einen schwulen Hochzeitsantrag

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 6. April 2019) Sven Epiney machte seinem Partner Michael Graber am 31. März 2019 während der Liveübertragung von „Darf ich bitten?“ auf SRF 1, dem ersten öffentlich-rechtlichen Fernsehsender der Deutschschweiz, einen Antrag. Michael sagte ja, und die überwiegende Mehrheit der deutschsprachigen sozialen Netzwerke begrüßte diesen sehr ungewöhnlichen Ansatz, zumindest in der Schweiz.

Sven Epiney (47), und Michael Graber (26), leben seit acht Jahren zusammen. Das weiß die Öffentlichkeit schon lange, denn die beiden Unzertrennlichen setzen sich gerne in Szene, wie zum Beispiel in der Schweizer Illustrierten Ende 2014. Seit drei Jahrzehnten ist Sven in der Schweiz ein sehr beliebter Moderator. Der Hochzeitsantrag erfolgte jedoch bei der Teilnahme an Sendung „Darf ich bitten?“, dem Schweizer Pendant zu „Dancing with the Stars“ in den USA bzw. „Let’s Dance“ in Deutschland.

Nachdem er mit Michael vor den Millionen Schweizern getanzt hatte, die in dieser Nacht vor ihrem Fernseher saßen, bat Sven Michael live und auf Deutsch, ihn zu heiraten, und Michael sagte ja.

Falls das Video hier nicht richtig läuft, können Sie das gesamte Finale der Show auf dieser Seite sehen. Ab 1:39:30 tanzt Sven zuerst mit einer Frau und dann mit Michael. Der Heiratsantrag beginnt bei 1:46:39.

Das Publikum im Raum, die Moderatorin Sandra Studer, die Jury und auch sonst alle begrüßten diese ganz besondere Performance sehr herzlich. Sven Epiney hat den Tanzwettbewerb vielleicht nicht gewonnen, aber er hat die Liebe seines Lebens gewonnen.

Es mag durchaus überraschen, dass Sven seinem Partner in der Schweiz einen Hochzeitsantrag gemacht hat, obwohl es dort noch keine Homo-Ehe gibt. Allerdings sind in der deutschsprachigen Schweiz sowohl das Coming-out als auch die öffentliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben viel alltäglicher geworden als in der französischsprachigen Schweiz. Das liegt sicher auch an der demografischen Verteilung, weil es im deutschsprachigen Ostteil der Schweiz mehr große Städte gibt, in denen man seine Homosexualität fast anonym leben kann.

Sven Epiney

Ob Sven Epiney auch live im Schweizer Fernsehen heiraten wird? © svenepiney.ch

Wie es aussieht, wurde Sven Epineys Antrag (auch als klarer Aktivismus) in den sozialen Netzwerken sehr gelobt. Natürlich gab es auch ein paar mürrische und homophobe Kommentare, aber proportional gesehen waren es sehr wenige.

Herzlichen Glückwunsch an das zukünftige Brautpaar. Wir hoffen, dass sie sehr bald in ihrem eigenen Land, der Schweiz, „richtig“ heiraten können, ohne nach Deutschland oder Frankreich ausweichen zu müssen.

Wolfgang / MensGo

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